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Russlands Präsident Putin ehrt Alexander Solschenizyn zu dessen 100. Geburtstag

Solschenizyns 100. Geburtstag : Putin ehrt Solschenizyn zum 100. Geburtstag

(dpa) Russland hat gestern an den vor 100 Jahren geborenen Schriftsteller und Dissidenten Alexander Solschenizyn (1918-2008) erinnert. Präsident Wladimir Putin nahm in Moskau an der Eröffnung eines Denkmals für den Autor der Lagerchronik „Archipel Gulag“ und Literaturnobelpreisträger von 1970 teil.

„Er hat immer klar unterschieden zwischen dem wahren, echten Russland und den Besonderheiten des totalitären Regimes, das schweres Leid über Millionen Menschen gebracht hat“, sagte Putin nach Kreml-Angaben.

Ersten Ruhm errang Solschenizyn 1963 mit dem Roman „Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch“, der auf seiner eigenen bitteren Erfahrung als politischer Häftling im Straflager beruhte. 1974 bürgerte die Sowjetunion den unbeugsamen Kritiker aus. Erst 20 Jahre später konnte er in seine Heimat zurückkehren. Solschenizyn lehnte die westliche Demokratie ab und trat für einen eigenständige Entwicklung des christlich-orthodoxen Russlands ein. Die moderne russische Literatur sei ohne Solschenizyn nicht vorstellbar, schrieb Ministerpräsident Dmitri Medwedew auf Facebook. Er erinnerte daran, dass die meisten Bücher Solschenizyns in der Sowjetunion verboten gewesen seien. „Seine Werke gelangten zu unserem Leser durch die Verbote des Zensors und den Eisernen Vorhang hindurch. Sie wurden von Hand abgeschrieben, im Untergrund auf dünnem Papier gedruckt und verbreitet, unter Gefahr für die Freiheit und manchmal das Leben.“ Solschenizyn habe seine Leser gelehrt, „nicht in der Lüge zu leben“, erklärte Medwedew.