| 20:43 Uhr

Pläne an Ex-Wirkungsstätte von SST-Intendant Bodo Busse
Wie Coburg zu einem Globe Theatre kommt

Coburg/Saarvbrücken. Ausgerechnet im oberfränkischen Coburg, nicht gerade eine der ersten deutschen Theateradressen, wird demnächst wohl ein Globe Theater nach englischem Vorbild entstehen. Weil das marode Landestheater, das vor Jahresfrist noch der heutige Saarbrücker Theaterintendant Bodo Busse geleitet hat, dringend saniert werden muss, wird als Ausweichquartier nun ein hölzerner, runder Theater-Neubau nach englischem Vorbild diskutiert. Eigentlich war die Idee zweier Coburger Architekturstudenten für ein solches Ausweichquartier bereits aus dem Rennen. Doch nachdem klar wurde, dass der favorisierte Umbau einer alten Turnhalle wohl zu teuer käme, kramte man in Coburg die Globe-Theatre-Idee wieder aus – und findet überregionale Resonanz.

Ausgerechnet im oberfränkischen Coburg, nicht gerade eine der ersten deutschen Theateradressen, wird demnächst wohl ein Globe Theater nach englischem Vorbild entstehen. Weil das marode Landestheater, das vor Jahresfrist noch der heutige Saarbrücker Theaterintendant Bodo Busse geleitet hat, dringend saniert werden muss, wird als Ausweichquartier nun ein hölzerner, runder Theater-Neubau nach englischem Vorbild diskutiert. Eigentlich war die Idee zweier Coburger Architekturstudenten für ein solches Ausweichquartier bereits aus dem Rennen. Doch nachdem klar wurde, dass der favorisierte Umbau einer alten Turnhalle wohl zu teuer käme, kramte man in Coburg die Globe-Theatre-Idee wieder aus – und findet überregionale Resonanz.


15 Millionen soll der hölzerne Rundbau kosten, der auch nach einem Rückumzug des Theaters in sein saniertes Stammhaus als Kulturort weiter genutzt werden soll. Nach wochenlangem Ringen um die Finanzierung hat der bayerische Finanzminister und designierte neue Ministerpräsident Markus Söder (CSU) der Stadt nun zehn Millionen Euro dafür in Aussicht gestellt. Motto „A bisserl Shakespeare für uns Bayern“? Das Londoner Globe Theatre wurde durch Aufführungen von Shakespeare-Werken weltberühmt. Das wird Coburg nicht passieren, klar. Doch eine englische Tradition hier aufzugreifen, ließe sich historisch umwegehalber herleiten, ist das Herzoghaus Sachsen-Coburg und Gotha doch mit dem britischen Königshaus verwandt: Königin Elizabeth II. ist die Ur-Urenkelin von Albert von Sachsen-Coburg und Gotha (1819-1861), dem Ehemann von Queen Victoria.

 Zunächst hieß es, der Freistaat bezuschusse lediglich temporäre Übergangslösungen mit 75 Prozent. Für eine dauerhafte Globe-Spielstätte wäre dementgegen nur ein Viertel der geschätzten Kosten von 15 Millionen Euro übernommen worden. Nachdem diese bizarre Finanzierungspraxis des Freistaats in Coburg für Unverständnis sorgte, will Söder es nun richten – sprich auch dann zehn Millionen zuschießen, wenn die Globe-Lösung nicht 2024 wieder abgerissen wird. Nachdem nun auch Coburger Unternehmen drei Millionen Euro beisteuern und also nur zwei Millionen an der Stadt hängen blieben, hat Coburgs Stadtrat gestern die Globe-Theatre-Idee einstimmig abgesegnet. Das dürfte auch den Ex-Intendanten Busse freuen.

Großes entsteht im Kleinen: Der Studentenentwurf für Coburgs Globe Theatre.
Großes entsteht im Kleinen: Der Studentenentwurf für Coburgs Globe Theatre. FOTO: dpa / Andreas Macht
(cis)