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| 19:32 Uhr

Aufwühlende Reise zurück in die eigene Kindheit

Saarbrücken. Angelita kann zufrieden sein. Die junge Frau hat in Montpellier einen guten Job, einen ergebenen Gatten, Kinder. Dann sprengt ein unerwarteter Anruf aus Barcelona ihre vorgeblich heile Welt. Dort liegt ihre Mutter im Krankenhaus, die mit ihrer Archäologengruppe in der Auvergne sein sollte. Mit ihrem Stiefvater macht sich Angelita auf in diese Stadt, die zur Reise in die Vergangenheit wird in eine unruhige Kindheit, geprägt vom spanischen Bürgerkrieg. Ruth Rousselange

Mit ihrer Graphic Novel "Der Treck" erzählen Autor Denis Lapière und Zeichner Eduard Torrents die Geschichte verlorener Hoffnungen und eines doppelten Lebens, das einer Flucht vor einem unmenschlichen Regime geschuldet ist. 1939 leidet Spanien unter der Franco-Diktatur, Angelitas Vater will gegen Franco kämpfen, aber seine Frau ist strikt dagegen. Im Winter flieht die Familie nach Frankreich. Sie verlieren einander aus den Augen. Mit Lapières nüchterner, doch einfühlsamer Sprache und Torrents klaren, kräftigen Illustrationen, die sowohl das Zeitgefühl der 40er als auch der 70er Jahre einfangen, aber auch Lagerleben, Zwangsarbeit und Tod schonungslos wiedergeben, kommt die Tragik eines nicht gelebten Lebensentwurfs zur Geltung, Schicksal auch vieler Flüchtlinge heute. Warum der Vater wieder auftaucht, was die Mutter Angelita verschwiegen hat und wie man lernt mit Angst, Kompromissen und dem kleinen Glück zu leben, erzählt dieser Comic auf eindringliche Weise.

Eduard Torrents & Denis Lapière: Der Treck. Jacoby & Stuart, 124 S., 24 €.