Heimat- und Kulturverein Selbach kümmert sich um die Nahequelle

Die Nahequelle : Mehrere Bäche entspringen in Selbach

Der Heimat- und Verkehrsverein kümmert sich um die Nahequelle. Pfauen, Ziegen und Esel gibt es im Freigehege.

Nicht nur die Nahe entspringt in Selbach – auch wenn sie das bekannteste der Gewässer ist, die bei diesem Ort in der Gemeinde Nohfelden ihre Quellen haben. „Die Nahe trägt ihren Namen auch am längsten“, sagt Manfred Schröder vom Heimat- und Verkehrsverein Selbach. Schon der römische Historiker Tacitus erwähne sie und zwar als Nava (Bachlauf). Bis zur Mündung in den Rhein legt sie 112 Kilometer zurück und nimmt 20 Nebenflüsse auf.

Der längste saarländische Fluss, die Blies, speist sich aus drei Quellen bei Selbach. „Bis zu ihrer Mündung in die Saar überwindet sie 74 Kilometer und bildet dabei ein beträchtliches Entwässerungsnetz für mehr als  30 Bäche“, sagt Vereinsmitglied Artur Wilhelm, der sich intensiv mit den Gewässern und ihren Ursprüngen auseinandergesetzt hat.

„Mandala“ meint Bündel, ein altes Mengenmaß – das ist der Ursprung der Bezeichnung für den Mandelbach. Das Tholeyer Hofgut Imsbach ist nach dem gleichnamigen Bach benannt, dessen Quellen ebenfalls bei Selbach entspringen. „Der Bächelsfloß strömt als einziger nach Westen. ‚Floß‘ bedeutet Strömung und ‚Bächels‘ steht für ein kleines Bächlein“, erläutert Schröder. Auch der Öhrenborn und der Weilerbach haben ihren Ursprung bei Selbach.„Wenn sich der Ortsname von dem Gewässernamen Selbach ableitet, muss es einen Bachlauf dieses Namens gegeben haben“, meint Wilhelm. Jedoch durchquere nur die Nahe den Ort. War Selbach einst ein Abschnittsname der Nahe? So sei in früheren Aufzeichnungen die Quelle der Nahe hinter der Ortslage eingetragen, obwohl der Fluss davor entspringe. „Es ist denkbar, dass erst durch Erschließungsmaßnahmen der wahre Ursprung der Nahe erkennbar, die Teilbezeichnung Selbach entbehrlich wurde und nur noch im Ortsnamen erhalten blieb“, so Wilhelm.

An der Nahequelle gibt es eine Freianlage mit Dam- und Sikawild, Pfauen, Ziegen und Zwergeseln. Diese zu erhalten, zu hegen und pflegen, gehört zu den wichtigsten Aufgaben des Heimat- und Verkehrsvereins.

Schröder: „Der Verein gründete sich 1974. Die Förderung von Kunst und Kultur, des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege, von Heimatpflege und Heimatkunde sowie Natur- und Umweltschutzgesetze sind von Beginn an unsere Aufgaben.“ Und dazu gehört dann eben auch die Freianlage an der Nahequelle – eine der vielen Quellen in und um Selbach.

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