Die Kunsthalle Tübingen kämpft um ihren Ruf

Die Kunsthalle Tübingen kämpft um ihren Ruf

Tübingen. Als Götz Adriani vor vier Jahren in Pension ging, hinterließ der Leiter und Kurator der Kunsthalle Tübingen ein Ausstellungshaus mit Weltruf. Seitdem geht's bergab. Nur knapp 15 000 Menschen kamen 2009 in die Kunsthalle - in den 90er Jahren waren es bis zu 500 000

Tübingen. Als Götz Adriani vor vier Jahren in Pension ging, hinterließ der Leiter und Kurator der Kunsthalle Tübingen ein Ausstellungshaus mit Weltruf. Seitdem geht's bergab. Nur knapp 15 000 Menschen kamen 2009 in die Kunsthalle - in den 90er Jahren waren es bis zu 500 000. Der jetzige Kurator Daniel Schreiber (44) will deshalb 2010 am Ausstellungskonzept einiges ändern und die Kunsthalle wieder für ein breites Publikum interessant machen. "Wir müssen große, breite Brücken zum Publikum schlagen. Das geht durch Werke, die man gerne sieht, die Spaß machen, die aber auch provokativ sind und Sprengkraft besitzen", sagt der Kunsthistoriker.Die Ausstellung "Der innere Blick" war der Tiefpunkt 2009: Nur 2681 Besucher kamen in knapp drei Monaten in die Schau über die Darstellung von Innenräumen in der Kunst. "Da ist einfach niemandem klar geworden, weshalb man sich das nun anschauen sollte", sagt Schreiber, der die Ausstellungen bei seinem Amtsantritt im März von seinem Vorgänger übernommen hatte. Am 23. Januar beginnt die erste Ausstellung, die Schreiber komplett selbst verantwortet. Die knalligen Gemälde des Pop-Art-Künstlers Mel Ramos sollen ein breites Publikum ansprechen. "Mit so einer Kunst können nicht nur Experten etwas anfangen", sagt Schreiber. Anschließend zeigt die Kunsthalle Werke der aufstrebenden Malerin Karin Kneffe. "Sie ist ein Beispiel dafür, dass zeitgenössische Kunst auch ohne kunsthistorisches Studium verstanden werden kann", betont der Kurator. Sein Ziel: 50 000 Besucher im Jahr. dpa

Mehr von Saarbrücker Zeitung