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Arvid Boeckers gemalte Partituren im Merziger Schloss Fellenberg

Merzig. Wie Museum und Bilder zu einem dynamischen Duo wurden, stellen der Maler Arvid Boecker und das Museum Schloss Fellenberg unter Beweis. Fünf Wände genügen dem 44-jährigen Maler, um mit seiner extrem farbigen Bildinstallation eine starke Wechselwirkung mit dem weiß gehaltenen Raum einzugehen

Merzig. Wie Museum und Bilder zu einem dynamischen Duo wurden, stellen der Maler Arvid Boecker und das Museum Schloss Fellenberg unter Beweis. Fünf Wände genügen dem 44-jährigen Maler, um mit seiner extrem farbigen Bildinstallation eine starke Wechselwirkung mit dem weiß gehaltenen Raum einzugehen. Dieser erweist sich mit seinen Bodenkacheln, Holzvertäfelungen und Jugendstillüstern als ungeahnt aufgeschlossener Partner. Malerei und Raum gewinnen, weil im Kontrast ihre jeweiligen Besonderheiten hervortreten. Arvid Boecker hat dafür seine 2006 während eines Arbeitsaufenthalts im südfranzösischen La Ciotat entstandene Malerei nach Merzig gebracht: lange aus Farbtafeln zusammengesetzte Bildreihen, die er jeweils im Doppelpack untereinander gehängt hat. Orange- und Rottöne, aber auch als notwendiger Kontrast tiefes Blau, täuschen Rhythmus vor. Hier liebäugelt der Absolvent der Saarbrücker Kunsthochschule mit Konkret-Konstruktivem, wenn er Flächen teilt und kombiniert, aber letztlich sich drögem Gleichmaß verweigert. Boecker, der sich als Schüler von Bodo Baumgarten längst den Gesten des Lehrers entledigt hat, überzeugt als Komponist dieser gemalten Partitur mit ihren satten Farbklängen, geschaffen aus Schlieren, Schab- und Schleifspuren in der Senk- und Waagerechten. Andere mögen in Ermangelung wirklichen Talents bloß behaupten, dass am Ende nur Bilder bleiben. Boecker hat sie dann längst gemalt. sgBis 25. Mai. Di bis So 14 bis 18 Uhr. Katalog: 10 €.