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Gewerkschaft
Auch Verdi will beim Lohn eine sechs vor dem Komma

Bernd Schumann, Bezirksvorsitzende der Region Saar-Trier der Gewerkschaft 
Verdi.
Bernd Schumann, Bezirksvorsitzende der Region Saar-Trier der Gewerkschaft Verdi. FOTO: bub/fb / BeckerBredel
Saarbrücken. In der bevorstehenden Tarifrunde für die rund 2,5 Millionen Beschäftigten in den Kommunen soll es eine signifikante Erhöhung der Löhne und Gehälter geben. Das forderte der Bezirksvorsitzende der Region Saar-Trier der Gewerkschaft Verdi, Bernd Schumann, anlässlich des Neujahrsempfangs des Bezirks in Saarbrücken. „Eine Sechs vor dem Komma und eine soziale Komponente sind unerlässlich“, sagte er. Offiziell will Verdi die Forderungen am 8. Februar aufstellen. Von Lothar Warscheid
Lothar Warscheid

Auf sozialpolitischer Ebene machte sich Schumann dafür stark, „dass prekäre Beschäftigungsverhältnisse und die sachgrundlose Befristung unbedingt eingedämmt werden müssen“. Befristete Beschäftigungsverhältnisse würden vor  allem junge Leute treffen, deren Zukunft damit verbaut werde. Darüber hinaus müsse Schluss sein mit unfreiwilliger Teilzeit-Beschäftigung. Das betreffe vor allem Frauen, denen nach der Kindererziehung „die Rückkehr zur Vollzeit verwehrt wird“. Das Rückkehrrecht aus Teilzeit-Phasen müsse gesetzlich verankert werden.



Der Chef des Verdi-Landesverbands Rheinland-Pfalz-Saarland, Michael Blug, unterstützte die Forderung Schumanns nach einem Entgelt-Plus von sechs Prozent für die Beschäftigten in den Kommunen. „Gute Arbeit hat ihren Preis“, sagte er. „Die Steuerquellen sprudeln, und der Wirtschaft geht es gut. Daran wollen auch die Arbeitnehmer ihren Anteil.“ Der Geschäftsführer des Bezirks, Thomas Müller, betonte, dass „wir aktionsfähig und streikfähig sind“. Verdi wolle nicht hinter den Forderungen der  IG Metall zurückstehen. Blug und Müller erinnerten daran, das bei der Post und der Telekom ebenfalls harte Tarifverhandlungen anstehen. Müller warnte die Post, die Paketzusteller durch Firmenausgründungen in niedrigere Tarifgruppen zu drücken. „Das werden wir nicht mittragen.“