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Kreuz
Die Schwester der Kölner Domglocke läutet hier

St. Ingbert-Rohrbach. () Aus der Fabrikation eines Revolutionärs stammt die 82-Kilo-Bronzeglocke der Geistkircher Kapelle bei St. Ingbert-Rohrbach. 1848 wurde das Geläut in der Gießerei von Georg Hamm im vorderpfälzischen Frankenthal hergestellt.

Ein Jahr später war der Industrielle involviert in die „Pfälzische Revolution“, wurde dafür zum Tod verurteilt. Der Vollstreckung hatte sich Hamm durch Flucht entzogen. Später wurde er begnadigt und goss die 27 Tonnen schwere „Kaiserglocke‟ für den Kölner Dom – die Geistkircher Glocke, die zuvor in der katholischen Kirche in Hassel hing, ist quasi deren kleine Schwester.


Die Geistkircher Kapelle steht ungefähr dort, wo sich einst das Dorf Fronspach befand. Dieser 1223 erstmals erwähnte Ort ist seit dem ausgehenden Mittelalter verschwunden, die Kirche existierte noch eine Weile. An diese erinnerte eine Maria geweihte Kapelle. Zunächst 1876 von Peter Wirtz, dem Besitzer des Geistkircher Hofes an der nahen Kaiserstraße, errichtet, wurde sie 1901 wieder abgerissen: Sie stand der Eisenbahn im Weg. Noch im selben Jahr sorgten Andreas Wirtz, der Sohn, und seine Frau Anna Michaeli für Ersatz in Gestalt der heutigen Kapelle.