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Leserbrief Islam und Deutschland
Verhältnis zum Staat ist anders

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) im Deutschen Bundestag: Die beiden sind Hauptakteure in der Diskussion um die Frage, ob der Islam zu Deutschland gehört oder nicht. Und sie sind nicht derselben Meinung.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) im Deutschen Bundestag: Die beiden sind Hauptakteure in der Diskussion um die Frage, ob der Islam zu Deutschland gehört oder nicht. Und sie sind nicht derselben Meinung. FOTO: Wolfgang Kumm / dpa
Zwischen dem Christentum und dem Islam gibt es im Verhältnis zum Staat grundlegende Unterschiede. Während uns die Bibel zum Gehorsam gegenüber der staatlichen Ordnung und der staatlichen Gesetze auffordert (Römer 13,1-7, Matthäus 22,22), ist dem Islam die Trennung von Staat und Religion völlig fremd. Im Islam bestimmt die Scharia, das islamische Gesetzbuch, das nach dem Tode Mohammeds aus verschiedenen Quellen (Koran, Sunna) zusammengestellt wurde, sowohl das Handeln des Einzelnen als auch des Staates. Sie gibt Anweisungen für das ethische Verhalten, für die Beziehungen zu Familie und Gesellschaft (zum Beispiel im Wirtschaftsrecht, im Erb-, Stiftungs-, Ehe- sowie im Strafrecht). Es gibt keine säkulare, zivile Rechtsprechung. Die Scharia widerspricht jedoch in weiten Teilen dem deutschen Grundgesetz und den allgemeinen Menschenrechten. Deshalb kann der Islam in seiner grundlegenden Form nicht zu Deutschland gehören. 2007 erschien eine umfangreiche, vom Bundesinnenministerium herausgegebene Studie unter dem Titel „Muslime in Deutschland“, deren Ergebnis meines Erachtens Anlass zur Sorge gibt. Nach dieser Studie fühlen sich 58 Prozent der befragten Muslime in Deutschland nicht integriert. Für fast genauso viele Befragte ist die Befolgung der Gebote des Islam wichtiger als es die staatlichen Gesetze sind, und nur der Islam sei in der Lage, die Probleme unserer Zeit zu lösen. 48,4 Prozent sehen in der Demokratie sogar die Ursache für die hohe Kriminalität.