| 20:22 Uhr

Wissen
Tumorleiden haben Langzeitfolgen

Mainz. Kinder, die an Krebs erkranken, haben später im Leben ein stark erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Leiden.

(np) Krebs ist bei Kindern heute weitgehend zu heilen. Sie haben eine Chance von über 80 Prozent, diese Krankheit zu besiegen. Doch danach müssen sie als Erwachsene ein Leben lang auf ihre Gesundheit achten, denn ihr Risiko für Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen wächst, berichtet die Uni Mainz. Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sei fast verdoppelt.


Die Forscher der Hochschule haben erstmals nach Langzeitfolgen einer Krebserkrankung im Kindes- und Jugendalter gesucht. Herz-Kreislauf-Leiden träten bei knapp fünf Prozent dieser Patienten auf – in der Mehrzahl bereits bei unter 40-Jährigen. Dies sei beinahe acht Jahre früher als im Durchschnitt.

Die Forscher hatten zwischen Oktober 2013 und Februar 2016 über 950 Erwachsene im Alter zwischen 23 und 48 Jahren, die als Kind oder Jugendlicher an Krebs erkrankt waren, untersucht und die Ergebnisse mit Daten von 15 000 Menschen aus der übrigen Bevölkerung verglichen. Bei fast 80 Prozent der Betroffenen seien die erhöhten Blutfett- und Blutdruckwerte erst bei den Untersuchungen der Studie festgestellt worden, erklärte Professor Philipp Wild.



Die Mainzer Mediziner empfehlen deshalb, Menschen, die als Kind eine Krebserkrankung überwunden haben, intensiv zu betreuen. Dass sich aus einem Bluthochdruck eine Herz-Kreislauf-Erkrankung entwickele, könne durch eine Umstellung des Lebensstils oder durch Medikamente verhindert werden. Was genau die Ursache für die Anfälligkeit gegenüber Herz-Kreislauf-Krankheiten ausmacht, wollen die Mainzer Mediziner als Nächstes untersuchen.