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Virtuelle Welten und vernetztes Wohnen

Virtuelle Welten und vernetztes Wohnen

Die Elektronik-Messe CES in Las Vegas steht jedes Jahr stärker im Zeichen vernetzter Technik. Dieses Jahr geht es neben futuristisch anmutenden Autos vor allem um virtuelle Realitäten und Heimvernetzung.

Auch wenn Autos sich ins Rampenlicht der CES (Consumer Electronics Show) drängen, setzt die Verbraucher-Elektronik, die mit der die Messe vor fast 50 Jahren begann, immer noch die Trends in der Elektrobranche. Die CES startet am Dienstag und läuft dann vier Tage bis Samstag. Dieses Jahr zeichnen sich vor allem drei Schwerpunkte ab: virtuelle Realität (VR), das Internet der Dinge mit dem vernetzten Zuhause und alle Arten von Wearables, kleine Computer, die direkt am Körper getragen werden.

Die neuen VR-Brillen

Für die VR-Brillen, mit denen der Nutzer in virtuelle Welten eintauchen kann, kommt 2016 nach jahrelanger Entwicklung schließlich der erste Markttest. Samsung verkauft seine "Gear VR" bereits, demnächst folgen Sony mit der Playstation VR und die seit Langem erwartete Brille von Oculus. Neben der virtuellen Realität steht vor allem das Smart Home im Fokus der CES . Das vernetzte Zuhause ist zwar noch nicht breit im Alltag angekommen, aber in Las Vegas werden wieder hunderte Geräte zu sehen sein, die sich miteinander und mit dem Internet verbinden lassen. Ein Problem bei der Vernetzung bleibt oft die Kommunikation zwischen Technik verschiedener Anbieter, denn einheitliche Standards wie in anderen Elektro-Bereichen gibt es nicht. Das Problem soll gelöst werden durch die direkte Kooperation der Hersteller, offene Schnittstellen sowie Onlinedienste, die im "Internet der Dinge" als eine Art Vermittler auftreten.

Vernetzte Unterhaltung

Aber auch die klassische Unterhaltungselektronik setzt auf Vernetzung. Samsung will die CES beispielsweise nutzen, um bei der Heimvernetzung das TV-Gerät in den Mittelpunkt zu rücken. "Der Fernseher ist mit allen Verbindungs-Optionen ausgestattet, damit kann er ideal als Grundlage für die Vernetzung der Hausgeräte fungieren", sagt Samsung-Manager Kai Hillebrandt. Der Elektronik-Riese kündigte an, dass alle seine neuen Fernsehgeräte mit Ultra-HD-Auflösung auch als Schaltzentralen für das vernetzte Zuhause eingesetzt werden könnten. Der südkoreanische Branchenriese LG kündigte zudem neue Fernsehgeräte an, die ein besonders kontrastreiches Bild und mehr Farb-Vielfalt dank der vor allem von Fotos bekannten HDR-Technologie (High Dynamic Range) bieten sollen. Insgesamt dürfte es eine Flut von Technik für das Smart Home geben.

Bei den Wearables waren in den vergangenen Jahren in Las Vegas viele Fitness-Armbänder, sogenannte Tracker und Computer-Uhren, zu sehen. Die meisten hinterließen jedoch kaum eine Spur außerhalb des Messegeländes. Seit der vergangenen CES hat sich die Apple Watch vom Start weg als Marktführer bei Computer-Uhren etabliert. Der Platzhirsch "Fitbit" ist die Nummer eins im Geschäft mit Fitness-Bändern geblieben. Die CES könnte einen Hinweis geben, was die Konkurrenz zu bieten hat. So will Samsung einen intelligenten Gürtel aus seinem Innovationslabor "Creative Labs" zeigen, der unter anderem die Schritte und die im Sitzen verbrachte Zeit zählt.

Künstliche Intelligenz

Auch lernende Maschinen liegen dieses Jahr auf der CES im Trend. Für die Nutzer oft unsichtbar, werten Computer eine Vielzahl von Daten aus, um sich besser an ihre Bedürfnisse anzupassen. Das Ergebnis sollen zum Beispiel schlaue Messenger-Dienste sein, die Fragen beantworten oder kleine Aufgaben wie eine Restaurant-Reservierung erfüllen können. Facebook experimentiert damit in dem Dienst "M" in seinem Messenger und Google arbeitet mit seiner App "Inbox" an einem intelligenten Assistenten.