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Laser-Detektor soll Bomben-Bastlern das Handwerk legen

Laser-Detektor soll Bomben-Bastlern das Handwerk legen

Wie lässt sich Bomben-Bastlern das Handwerk legen, bevor ihr Sprengsatz scharfgemacht ist? Darum geht es im EU-Projekt Emphasis. Ingenieure entwickeln Sensoren, die Grundsubstanzen von Sprengsätzen aufspüren.

Freiburg. An Chemikalien zu gelangen, die für den Bau einer Bombe nötig sind, ist für Terroristen erstaunlich einfach. Doch sobald sie mit diesen Materialien, zum Beispiel Kunstdünger, hantieren, hinterlassen sie Spuren. Reste des Kunstdüngers haften zum Beispiel an Wänden und Türklinken, Abfallprodukte der Herstellung gelangen in die Kanalisation oder lagern sich in Luftschächten ab.

Das kann sich die Polizei zunutze machen, um Bombenbastlern auf die Spur zu kommen, bevor die ihren Sprengsatz scharfgemacht haben. Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Festkörperphysik (IAF) in Freiburg entwickeln im EU-Projekt Emphasis spezielle Lasersensoren, die Spurenelemente des Bombenbaus auch aus der Ferne detektieren können. Sie sollen chemische Rückstände, die beim Bau von Sprengsätzen und Bomben entstehen, aufspüren.

Lasersensoren können die beim Bombenbau verwendeten Substanzen noch aus 20 Metern Entfernung erkennen, erklärt Projektleiter Frank Fuchs vom IAF. Die sogenannten Quantenkaskadenlaser der Fraunhofer-Forscher geben Strahlung im In-frarotbereich ab und sind deshalb keine Gefahr fürs menschliche Auge, so das IAF.

Ihr Wellenlängenbereich ist speziell auf Moleküle organischer Verbindungen abgestimmt, die diese Strahlung besonders stark absorbieren. Aus dem reflektierten Spektrum des Laserlichts kann die Elektronik des Messgeräts erkennen, welche Substanzen der Laser ins Visier genommen hat. Die Fraunhofer-Forscher wollen ihren Bomben-Detektor an Flughäfen und Bahnhöfen zur Prüfung verdächtiger Gepäckstücke verwenden.

Er lasse sich darüber hinaus aber auch zur Kontrolle von Lebensmitteln, Medikamenten oder dem Trinkwasser verwenden. In der industriellen Produktion könnten die Sensoren schließlich helfen, die Quellen von Verunreinigungen schneller aufzuspüren.