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Saar-Handelsvertreter öffnen ihren Verband für Franchise-Firmen

Saarbrücken. Lothar Warscheid

Die Handelsvertreter an der Saar wollen künftig auch die Inhaber von Franchise-Unternehmen in ihren Wirtschaftsverband für Handelsvermittlung und Vertrieb Saarland (CDH) aufnehmen. "Wir sind damit Vorreiter", sagt CDH-Vorsitzender Jörg Hohlwein. CDH-Schätzungen zufolge dürfte es im Saarland bis zu 70 Franchise-Nehmer geben. Diese sind selbstständige Unternehmer, müssen sich allerdings strikt an das Geschäftskonzept und die Vorgaben des Franchise-Gebers halten. Zu den bekannten Franchise-Konzepten gehören unter anderem McDonald's oder die Tiernahrungs-Kette Fressnapf. "Bisher hat diese Unternehmergruppe keine Verbandsvertretung, was es schwierig macht, Interessen durchzusetzen", sagt Manfred Stoll, der Franchise-Partner des Massivhaus-Bauers Town & Country ist. Frisches Blut kann der Verband gut gebrauchen. Denn die Zahl der CDH-Mitglieder ist von 250 in den besten Zeiten auf 50 zurückgegangen. "Der Abwärtstrend ist jetzt gestoppt. Wir streben jetzt wieder die Zahl von 100 Mitgliedern an", sagt Hohlwein. Potenzial ist genügend vorhanden. Bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Saar sind nach CDH-Angaben rund 1000 Handelsvertreter registriert.

Obwohl jeder geschäftsfähige Mensch eine Handelsvertretung eröffnen darf, "sind die Qualifikationsanforderungen kräftig gestiegen", erläutert der CDH-Chef. Vor allem im Geschäft mit dem Handwerk sei der Beratungsbedarf wegen der Produktvielfalt und der zahlreichen technischen Varianten inzwischen enorm. Außerdem werde die Branche internationaler, da viele ausländische Anbieter vermehrt auf den deutschen Markt drängen "und auf die Erfahrung von Handelsvertretern setzen".