| 21:17 Uhr

Transplantationen
Union für Reform bei Organspende



Der Organspendeausweis soll nach dem Willen der CSU durch einen Hinweis auf der Krankenkassenkarte ersetzt werden. Ziel ist, die Spenderzahl zu erhöhen.
Der Organspendeausweis soll nach dem Willen der CSU durch einen Hinweis auf der Krankenkassenkarte ersetzt werden. Ziel ist, die Spenderzahl zu erhöhen. FOTO: dpa / Caroline Seidel
München. Die CSU schlägt vor, künftig die Krankenkassenkarte als Spenderausweis zu nutzen.

Die Union will den Organspendeausweis aus Papier durch einen Hinweis auf der Krankenkassenkarte in Form eines Herzens ersetzen. „Die Krankenkassen sollen die persönlichen Wünsche ihrer Versicherten abfragen, bevor sie neue Karten verschicken“, sagte der CSU-Abgeordnete Stephan Pilsinger der „Süddeutschen Zeitung“. In einem Eckpunktepapier, das Pilsinger gestern in der Arbeitsgruppe Gesundheit der Unionsfraktion im Bundestag vorstellte, wird außerdem ein zentrales Register vorgeschlagen, „das alle Personen aufführt, die bereit sind, Organe zu spenden“.


Dem Vorschlag zufolge sollen künftig alle Ärzte, auch in kleinen Kreiskrankenhäusern, Zugang zu einem solchen Register haben. Bislang gibt es eine solche Liste potenzieller Organspender noch nicht. Im Transplantationsgesetz fehlt eine konkrete Verordnung dazu. Pilsinger sprach sich gegen einen Vorschlag des SPD-Gesundheitspolitikers Karl Lauterbach aus, dass jeder, der einer Organspende nicht ausdrücklich widerspricht, als Spender in Frage kommt. Stattdessen sollten die Abläufe in den Kliniken verbessert werden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat angekündigt, nach der Sommerpause einen Gesetzesentwurf zur Organspende vorzulegen.

Die Zahl der Organspenden in Deutschland war im vergangenen Jahr auf einen neuen Tiefstand gesunken. Die Bundesrepublik befindet sich laut Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation aktuell im europäischen Vergleich auf einem der letzten Plätze. 2017 wurden lediglich 2594 Organe gespendet; die Zahl der Spender sank auf 797. Um den Trend umzukehren, sprachen sich Ärzte, Krankenkassen und führende Gesundheitspolitiker zuletzt für einen Systemwechsel aus.