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Gerwerkschaftsreport
DGB sieht Kaufkraft der Saar-Rentner geschwächt

Saarbrücken. Der DGB Saar warnt im ersten Renten-Report vor Altersarmut bei Frauen und Erwerbsgeminderten. Von Dietmar Klostermann
Dietmar Klostermann

Trotz einer leichten Rentensteigerung seit dem Jahr 2000 können sich die Rentner im Saarland jetzt weniger leisten als zu Anfang des Jahrtausends. Die Inflation habe das Rentenplus mehr als aufgefressen, stellte gestern der Saar-DGB bei der Vorstellung seines „Renten-Reports Saarland 2018“ in Saarbrücken fest. Demnach nahmen die Renten der Männer im Saarland zwischen 2000 und 2017 um 116 Euro auf im Schnitt 1245 Euro zu.


Bei Frauen betrug die eigene monatliche Rente nach den Zahlen von 2017 im Schnitt 532 Euro. Besonders prekär sei die Lage außer bei den Frauen auch bei den erwerbsgeminderten Rentnern, sagte DGB-Saar-Geschäftsführerin Bettina Altesleben. Die „Armutsgefährdungsschwelle“ setzte sie im Saarland für 2017 bei 975 Euro monatlicher Einkünfte an. Etwa drei Viertel der durch Krankheiten erwerbsgeminderten Rentnerinnen und fast zwei Drittel der erwerbsgeminderten Rentner lägen unter dieser Schwelle. Die Daten des DGB-Renten-Reports fußen auf Angaben der Deutschen Rentenversicherung. Der Vizechef des DGB-Bezirks Rheinland-Pfalz/Saarland, Eugen Roth, sagte: „Die Rente muss reichen.“ Roth forderte höhere Rentenbeitragssätze und ein höheres Rentenniveau. Der DGB wolle keine „totale Entkoppelung der Renten von der Erwerbsarbeit“, erklärte Roth. Roth, der auch Saar-SPD-Vize ist, distanzierte sich von einer rein aus Steuern finanzierten Rentenanhebung, wie es die Bundes-SPD jüngst vorgeschlagen hatte.

 Das Resümee des DGB-Renten-Report Saarland steht im Gegensatz zu einer Studie des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft von 2018. „Das Saarland bietet Senioren die beste Lebensqualität“, urteilten die Studienautoren. Die AXA-Versicherungsgruppe gab als Grund die hohe Eigenheim-Quote im Saarland an.