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Lauterbach gegen Abschaffung der Pflege-Noten

Eine Altenpflegerin verdient im Westen Deutschlands im Schnitt über 600 Euro mehr als im Osten.Location:Hamburg
Eine Altenpflegerin verdient im Westen Deutschlands im Schnitt über 600 Euro mehr als im Osten.Location:Hamburg FOTO: Angelika Warmuth/dpa
Berlin/Saarbrücken.

Der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion, Karl Lauterbach, hat sich für eine grundlegende Überarbeitung des so genannten Pflege-Tüvs ausgesprochen, einen Verzicht auf die Benotung jedoch abgelehnt. "Meine Partei ist nicht damit verstanden, die Noten abzuschaffen", sagte Lauterbach der "Saarbrücker Zeitung" (Donnerstag-Ausgabe). Die Konsequenz aus einer Inflation guter Noten dürfe nicht sein, keine Noten zu vergeben. Vielmehr brauche man "gerechte Noten". Dazu müssten medizinische und soziale Kriterien zur Begutachtung der Pflegeheime in den Vordergrund rücken.

In diesem Zusammenhang kritisierte Lauterbach die Selbstverwaltung von Kassen und Pflegeinrichtungen. Offensichtlich sei man dort mit der Entwicklung eines Noten-Systems "überfordert", so Lauterbach. "Da sollte man auch nicht den fünften oder sechsten Versuch anmahnen, sondern auf der Grundlage einer Expertenempfehlung ein Noten-System vorgeben. Die Selbstverwaltung hat dann nur noch die Aufgabe, dieses System umzusetzen", erklärte der SPD-Politiker.