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Die Königin geht, ein neuer König kommt

Brüssel. Königin Beatrix geht. Sie kann nicht mehr. Am Donnerstag feiert die Monarchin ihren 75. Geburtstag. Gestern Abend kündigte sie ihre Abdankung am 30. April dieses Jahres an. Die schweren Schicksalsschläge der zurückliegenden Jahre haben sie gezeichnet. Mitte Februar jährt sich der Tag, an dem ihr zweiter Sohn Friso (44) in Österreich von einer Lawine verschüttet wurde Von SZ-Korrespondent Detlef Drewes

Brüssel. Königin Beatrix geht. Sie kann nicht mehr. Am Donnerstag feiert die Monarchin ihren 75. Geburtstag. Gestern Abend kündigte sie ihre Abdankung am 30. April dieses Jahres an. Die schweren Schicksalsschläge der zurückliegenden Jahre haben sie gezeichnet. Mitte Februar jährt sich der Tag, an dem ihr zweiter Sohn Friso (44) in Österreich von einer Lawine verschüttet wurde. Er liegt noch immer ohne Bewusstsein in einer Londoner Klinik. Im Oktober beging sie den zehnten Todestag ihres Mannes, Claus von Amsberg, dessen Verlust sie, wie ihr Nahestehende sagen, nie wirklich verwunden habe. Dass sie und ihre Familie vor drei Jahren Ziel eines Anschlags wurden, habe sie tiefer getroffen, als sie je eingeräumt habe."Sie ist nicht mehr dieselbe", hieß es vor wenigen Tagen in einem Kommentar des niederländischen Fernsehens. Königin Beatrix gilt als beliebt, wenn auch nicht unumstritten. Ihr Nachfolger wird ihr ältester Sohn Willem-Alexander.


Geboren wird die spätere Königin der Niederlande als Beatrix Wilhelmina Armrad 1938 in Baarn als Prinzessin von Oranien-Nassau. Im Krieg flieht die Familie über Großbritannien ins kanadische Ottawa, wo Beatrix zur Schule geht. 1945 kehrt sie zurück, studiert Soziologie, Rechtswissenschaft, Ökonomie, Parlamentsgeschichte und Verfassungsrecht. 1961 schließt sie ihr Jura-Studium erfolgreich ab, heiratet fünf Jahre später den Deutschen Claus von Amsberg - eine Hochzeit, die sie gegen den Widerstand vieler Landsleute durchsetzen muss. Am Ende ist ihr Mann eines der beliebtesten Mitglieder der Monarchen-Familie.



Fröhlichkeit als Markenzeichen

Am 30. April 1980 wird Beatrix schließlich zur Königin, nachdem ihre Mutter Juliane abdankte. Und sie wird eine Landesmutter wie aus dem Bilderbuch - ohne Skandale. Auch wenn ihr Lächeln manchmal tiefgefroren wirkt, so galt ihre Fröhlichkeit als Markenzeichen. Sie regiert von ihrem wuchtigen Mahagoni-Schreibtisch in Schloss Huis ten Bosch bei Den Haag aus, professionell und abgeklärt. Öffentlich zeigte sie sich, nicht gerne, man spürte eher, wie schwer ihr so etwas wie Volksnähe fiel. Beatrix wird als eine der reichsten Frauen der Welt bezeichnet. Ihre Rücklagen schätzen Kenner der Monarchie auf 250 Millionen bis 2,5 Milliarden Euro.

Ihre Abdankung macht den Weg für Willem-Alexander frei. Der 45-Jährige promovierte Historiker hat sich längst einen Namen als Experte für Wassermanagement gemacht. Seit 2006 berät er die UN. Und dass seine Frau, die gebürtige Argentinierin Maxima, an seiner Seite eine gute Figur machen wird, konnten nicht nur die Niederländer den Klatschspalten entnehmen, in denen das Thronfolger-Paar seit seiner Hochzeit 2002 ständiger Gast ist. Die beiden haben drei Kinder und lieben es, sich als Bilderbuch-Familie öffentlich zu inszenieren. Dennoch dürfte König Willem IV., wie er sich offiziell nennen wird, den Stil des Königshauses verändern. Er wolle die Distanziertheit seiner Mutter überwinden und eher ein volksnaher Monarch werden, deutete er selbst einmal an. Nun hat der die Gelegenheit dazu.