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Jahrbuch Sucht
Deutsche trinken pro Jahr einen Eimer Alkohol

Berlin. Nach einer Analyse des neuen Jahrbuchs Sucht konsumiert jeder Bundesbürger über 15 Jahre im Schnitt 10,7 Liter reinen Alkohol im Jahr. Das entspricht einem gefüllten Eimer. Die Zahlen beziehen sich auf neue Berechnungen für das Jahr 2015. „Alkohol ist mit Abstand das massivste Problem“, sagte Raphael Gaßmann, Geschäftsführer der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS), gestern. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, forderte höhere Preise für Bier und Schnaps. „Wir sollten darüber sprechen, ob Preise von weniger als 20 Cent für einen halben Liter Bier oder weniger als vier Euro für Spirituosen sein müssen“, sagte die CSU-Politikerin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Der Konsum ist im Vergleich zum Vorjahr minimal um 1,25 Prozent gesunken.

Der Verbrauch von Tabakwaren ist 2017 sogar um rund ein Prozent gestiegen, was hauptsächlich am Pfeifentabak liege. Der Verbrauch von Zigaretten und Zigarillos ging um rund sieben Prozent zurück.


Bei den illegalen Drogen bleibt Cannabis auf einem Spitzenplatz. Nach den Zahlen für 2015 haben rund sieben Prozent der zwölf- bis 17-Jährigen und sechs Prozent der 18- bis 64-jährigen Erwachsenen in einem Jahr Joints geraucht. Cannabis verursache aber nicht die meisten Probleme. Die steigende Zahl der Drogentoten – 2016 waren es 1333 – lege die Vermutung nahe, dass der Gebrauch harter Drogen wie Heroin wieder zunehme. Daneben seien 1,2 bis 1,5 Millionen Menschen von Arzneimitteln abhängig.