Deutsche kaufen schnellere Diesel-Autos

Deutsche kaufen schnellere Diesel-Autos

In Deutschland verkaufen sich weiter Diesel und Benziner am besten. Wenn es um die PS-Zahlen geht, setzen Unternehmen noch stärker auf das Tempo als private Käufer.

Trotz des Abgas-Skandals und laufender Klimadebatten setzen die Menschen in Deutschland einer Studie zufolge auf immer stärker motorisierte Dieselautos. Durchschnittlich hatte ein zwischen Januar und September 2016 verkaufter Dieselwagen 163 PS unter der Haube, wie Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen errechnete. Im Gesamtjahr 2015 waren es 160 PS. "Die Deutschen bleiben im PS-Rausch", heißt es in der Untersuchung. Auch weiterhin kaufen die Menschen in Deutschland fast ausschließlich Benziner (52 Prozent) und Diesel (47 Prozent). Dabei weisen Firmenwagen deutlich stärkere PS-Zahlen aus als Privatautos. Ihr Durchschnittswert stieg von 161 auf 164 PS, private Fahrzeuge legten von 135 auf 139 PS zu.

Unterdessen sind ein Jahr nach Beginn der Abgas-Affäre von Volkswagen die Gebrauchtwagenpreise für betroffene Diesel stabil. Trotz des Skandals könne keine Rede von Druck auf den Restwerten sein, erklärten die zwei großen Marktbeobachtungsexperten DAT und Schwacke. Die Nachfrage nach einzelnen VW-Modellen mit dem betroffenen Motor EA 189 habe im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sogar zugelegt, besagen Zahlen der Deutschen Automobil Treuhand (DAT). Beide Organisationen warnen vor einer Panikmache. Betroffene Besitzer, die mit Verkaufsgedanken spielten, müssten weder Preisabschläge noch nachlassendes Interesse auf Käuferseite fürchten.

"Bisher können wir keinen negativen Einfluss der Diesel-Affäre auf die Restwerte von Dieselmodellen im Allgemeinen oder VW-Dieselmodellen im Besonderen in unseren Marktbeobachtungsdaten feststellen", sagte Sibylle Heidt vom Dienstleister Schwacke, dessen Spezialgebiet die Pkw-Restwertermittlung ist. "Ebenso ist kein Anstieg der Standtage zu verzeichnen."