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Terror-Alarm im Saarland: Polizei fasst Islamisten

Terror-Alarm im Saarland: Polizei fasst Islamisten

Neunkirchen. Wegen Terror-Verdachts haben Spezialeinsatzkräfte der Saar-Polizei gestern in der Neunkircher Innenstadt den 18-jährigen Kameruner Kevin S. auf offener Straße verhaftet. Gegen ihn wird ermittelt, weil er mit mehreren Droh-Videos die Freilassung des in Saarbrücken inhaftierten Islamisten Daniel Schneider erzwingen wollte

Neunkirchen. Wegen Terror-Verdachts haben Spezialeinsatzkräfte der Saar-Polizei gestern in der Neunkircher Innenstadt den 18-jährigen Kameruner Kevin S. auf offener Straße verhaftet. Gegen ihn wird ermittelt, weil er mit mehreren Droh-Videos die Freilassung des in Saarbrücken inhaftierten Islamisten Daniel Schneider erzwingen wollte. Darin wurde mit Bombenanschlägen in Deutschland gedroht, falls Schneider nicht nach Afghanistan ausgeflogen werde. Die Videos, die auf der Internet-Plattform "Youtube" veröffentlicht wurden, entstanden wahrscheinlich in dem Neunkircher Haus, in dem Kevin S. seit Januar mit Mutter und Bruder lebte. Der 18-jährige Islamist wurde bereits seit Monaten von Verfassungs- und Staatsschutz observiert. Nach Angaben von Pressestaatsanwalt Bernd Meiners erging Haftbefehl, als der Kameruner Zeugen, die ihn auf den Videos erkannt hatten, mit dem Tod bedrohte. Kevin S. sitzt in der Jugendvollzugsanstalt in Ottweiler ein. "Wir haben wieder einmal einen mutmaßlichen Anschlag verhindern können", sagte Franz Josef Biesel, Direktor des Landeskriminalamts. Er sprach von einer "beispielhaften Zusammenarbeit" mit dem Verfassungsschutz. Nach Erkenntnissen der Ermittler handelt es sich bei Kevin S. um einen Einzeltäter. Er habe nicht über ein Netzwerk verfügt und keine Verbindungen zur Terror-Organisation Al Qaida oder anderen islamistischen Gruppierungen gehabt. Im Internet hatte sich der Kameruner bereits Anleitungen zum Bau von Bomben besorgt, die notwendigen Utensilien konnte er aber wegen Geldmangels nicht kaufen. Innenminister Stephan Toscani (CDU) erklärte zu der Verhaftung, die Sicherheitsbehörden hätten "ganze Arbeit geleistet". mju