Schweinegrippe breitet sich im Saarland aus

Schweinegrippe breitet sich im Saarland aus

Saarbrücken. Die Zahl der mit Schweinegrippe infizierten Saarländer ist bis Freitag auf 21 gestiegen. Das gab das Gesundheitsmisterium bekannt. Bei allen Infizierten handelt es sich um Reiserückkehrer aus Spanien: 20 Personen haben sich auf Mallorca angesteckt, eine in Lloret de Mar

Saarbrücken. Die Zahl der mit Schweinegrippe infizierten Saarländer ist bis Freitag auf 21 gestiegen. Das gab das Gesundheitsmisterium bekannt. Bei allen Infizierten handelt es sich um Reiserückkehrer aus Spanien: 20 Personen haben sich auf Mallorca angesteckt, eine in Lloret de Mar. Am Freitag Abend gab es nach Angaben von Ministeriums-Sprecher Stephan Kolling 100 Verdachtsfälle im Saarland.

113 Kinder einer Ferienfreizeit im Kreis Saarlouis gaben als Vorsichtsmaßnahme eine Probe ab, da bei einem ihrer Betreuer, der zuvor in Mallorca gewesen war, H1N1 nachgewiesen wurde. Die Kinder seien bisher wohlauf, hieß es. Bislang ist noch kein Fall belegt, bei dem eine Ansteckung im Saarland erfolgte.

Auf Mallorca jedoch hat es am Donnerstag den ersten Todesfall durch H1N1 gegeben. "Wir sind sehr beunruhigt, denn bei bisherigen schweren Fällen war die Infektion durch andere zusätzliche Krankheiten verschlimmert worden", sagte die spanische Gesundheitsministerin, Trinidad Jiménez. Dies traf bei der Frau nach jetzigem Kenntnisstand nicht zu. Auf die Behandlung mit Antiviren-Medikamenten habe sie nicht reagiert. Ihr Tod sei der Weltgesundheitsorganisation als außergewöhnlicher Fall gemeldet worden.

Der Schweinegrippe-Erreger kann nach Erkenntnissen der Deutschen Nationalakademie noch gefährlicher für den Menschen werden als er derzeit ist. "Das Virus scheint sein Potenzial, was Gefährlichkeit und Anpassung an den Menschen angeht, noch nicht voll ausgeschöpft zu haben", sagte der Marburger Virologie-Professor Hans-Dieter Klenk.

In Deutschland sollen ab Herbst zunächst 22,5 Millionen Menschen gegen H1N1 geimpft werden. Auch im Saarland werden laut Gesundheitsministerium die Impfungen frühestens Ende November losgehen. Zunächst seien Immungeschädigte, chronisch Kranke und Pflegepersonal an der Reihe, in einer zweiten Welle der Rest der Bevölkerung. Bundesweit handelt es sich um die größte Impfaktion seit fast 50 Jahren. bie/dpa