Jeder dritte Deutsche lässt schwarz arbeiten

Jeder dritte Deutsche lässt schwarz arbeiten

Köln/Berlin. Etwa jeder dritte Deutsche lässt schwarz für sich arbeiten. Das geht aus einer Umfrage des Instituts der Deutschen Wirtschaft für das Jahr 2007 hervor, die gestern präsentiert wurde. Mit einem Anteil von knapp 19 Prozent werden dabei am häufigsten Handwerker illegal beschäftigt

Köln/Berlin. Etwa jeder dritte Deutsche lässt schwarz für sich arbeiten. Das geht aus einer Umfrage des Instituts der Deutschen Wirtschaft für das Jahr 2007 hervor, die gestern präsentiert wurde. Mit einem Anteil von knapp 19 Prozent werden dabei am häufigsten Handwerker illegal beschäftigt. Aber auch die Kosten für Kinderbetreuung, Gartenarbeit, Bügelservice oder Putzhilfen (zusammen 16 Prozent) werden oft am Finanzamt vorbei abgerechnet. Gleiches gilt für Auto-Reparaturen (14 Prozent). Vier von fünf Befragten plagt laut Umfrage dabei keinerlei schlechtes Gewissen. "Schwarzarbeit im Haushalt wird von der Bevölkerung weitgehend akzeptiert. Das gilt als Kavaliersdelikt", erklärten die Wissenschaftler. Die Analyse zeige auch, dass vor allem die Anbieter ein Interesse an illegaler Tätigkeit haben. Jeder fünfte Erwachsene hatte in dem Jahr vor der Erhebung selbst schwarz gearbeitet - durchschnittlich 6,5 Stunden pro Woche für etwa zehn Euro pro Stunde. "Der typische Schwarzarbeiter ist männlich, noch keine 30 Jahre alt und verdient weniger als 1500 Euro", hieß es. Der Studie zufolge könnten rund 600 000 legale Vollzeitstellen entstehen, wenn jeder mit Bedarf eine Kinder- oder Putzfrau anstellen und anmelden würde. Bislang beschäftigten nur acht Prozent der Paare mit Kindern und ein knappes Viertel der alleinstehenden Senioren eine legale Hilfskraft. Nach Einschätzung des Wirtschaftsinstituts werden Haushaltshilfen jedoch in wachsender Zahl gebraucht: Zum einen werde es aufgrund des demografischen Wandels immer mehr Ältere geben, die sich helfen lassen möchten. Zum anderen nehme die Frauenerwerbstätigkeit weiter zu, was einerseits den finanziellen Spielraum vergrößere - andererseits aber auch die Möglichkeit, Arbeiten im Haushalt abgeben zu können.Das Saarland hat den Kampf gegen Schwarzarbeit im Jahr 2004 verstärkt - mit legalen Alternativen im Rahmen des Projekts "AhA - Agenturen für haushaltsnahe Arbeit". Die Mitarbeiterinnen der 16 Agenturen bieten verschiedenste hauswirtschaftliche Dienstleistungen. In das bundesweit einmalige Angebot sind inzwischen rund 1,5 Millionen Euro geflossen. und Interview dpa/epd/tho