Streit um US-Atomwaffen in Deutschland

Berlin. Die in Deutschland verbliebenen US-Atomsprengköpfe sorgen für neuen politischen Streit. Die Opposition warf der schwarz-gelben Koalition am Mittwoch vor, mit ihren Abzugsplänen gescheitert zu sein und sogar eine Modernisierung der Waffen zu unterstützen. Die Bundesregierung erklärte, sie wolle sich in der Nato weiter für einen Abzug stark machen

Berlin. Die in Deutschland verbliebenen US-Atomsprengköpfe sorgen für neuen politischen Streit. Die Opposition warf der schwarz-gelben Koalition am Mittwoch vor, mit ihren Abzugsplänen gescheitert zu sein und sogar eine Modernisierung der Waffen zu unterstützen. Die Bundesregierung erklärte, sie wolle sich in der Nato weiter für einen Abzug stark machen. Das Auswärtige Amt räumte aber ein, mit den Fortschritten bei dem Projekt nicht hundertprozentig zufrieden zu sein.Nach Expertenschätzung lagern im Fliegerhorst Büchel in der Eifel noch 10 bis 20 US-Atomsprengköpfe, für deren Einsatz im Ernstfall die Bundeswehr Tornado-Kampfflieger bereit hält. Unklar blieb, inweiweit und zu welchen Kosten das Atomwaffenarsenal in Deutschland modernisiert werden soll. Auslöser für den neuen Streit über die Nuklearsprengköpfe auf deutschem Boden ist ein Bericht der "Berliner Zeitung", wonach sich die schwarz-gelbe Koalition nach dem jüngsten Nato-Gipfel von den Abzugsbestrebungen verabschiedet haben soll.

In Chicago hatten die Bündnispartner bekräftigt, dass Nuklearwaffen ein zentraler Bestandteil der Abschreckung bleiben und diese Waffen funktionstüchtig gehalten werden sollen. dpa