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Debüt-CD aus Saarbrücken
Saarbrücker Härte, brachial und komplex

Die Saarbrücker Band The Yellow King.
Die Saarbrücker Band The Yellow King. FOTO: Jan Zajonz
Saarbrücken. Die saarländische Band The Yellow King legt ein exzellentes Debüt vor, das den Hörer ziemlich durchschüttelt: „Debris and Modern Wreckage“. Von Oliver Sandmeyer

Um sich gleich auf den Bandnamen zu beziehen: Mit dem Auftakt „Burning Hives“ fällt die Saarbrücker Band The Yellow King buchstäblich mit der ganzen Zugbrücke ins königliche Schloss. Der Song ist ein kompaktes Biest, der mit einem niederwalzenden Riff den Hörer am Schlafittchen packt und zur Begrüßung ordentlich durchschüttelt. Sänger Peter Hell scheinen die Stimmbänder herzlich egal zu sein – und auch ansonsten spielt das Quintett einen an Metal und Hardcore geschulten Mix.


Danach werden die Songs komplexer und länger, räumen den Melodien mehr Platz ein – zumeist mit flirrenden, atmosphärisch dichten Gitarrenflächen. „St. Vith“ und „You come and you go“ nehmen sich jeweils mehr als sechs Minuten Zeit, um sich zu entblättern. Letzteres schließt das Album nach knapp 39 Minuten mit euphorischer Note  ab.

Angenehm fällt auf, dass The Yellow King dabei nicht in die Höher-Schneller-Weiter-Falle tappen, wie es andere Bands des Genres bisweilen tun, und sich stattdessen darauf besinnen, gute Songs zu schreiben. Zwar gibt es auch immer wieder rasend schnelle Parts, diese dienen jedoch immer dem Song an sich und verkommen nie zum Selbstzweck.



Die Lieder auf „Debris and Modern Wreckage“ bleiben mit ihrer zuweilen eigensinnigen Rhythmik und zähflüssigem Brachialsound weit entfernt von formatierten Strophe-Refrain-Strukturen. Dieses Album will erarbeitet werden. Und tatsächlich: Nach mehreren Durchläufen bleiben die anfangs noch sperrigen Lieder immer mehr hängen – dafür aber umso nachhaltiger. Das Album, das im Januar beim jungen  Riegelsberger Label Barhill Records herauskam, haben The Yellow King selbst produziert: Das differenzierte Klangbild ist klar und druckvoll.

Im Grunde versteckt sich im Text des packend gesungenen „The Patron Saint of Broken Faith“ eine passende Beschreibung für das Debüt von The Yellow King: „We’re stars shining as bright as midnight“.

The Yellow King: Debris and Modern Wreckage. Kontakt:  www.theyellowking.de und www.barhillrecords.de

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kul-yellow2 FOTO: The Yellow King