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Saarland gibt Gas bei Weiterbildung

Wer in seinem Beruf noch mehr lernen will, soll künftig im Saarland auf vielen Wegen gefördert werden. Foto: dpa
Wer in seinem Beruf noch mehr lernen will, soll künftig im Saarland auf vielen Wegen gefördert werden. Foto: dpa FOTO: dpa
Saarbrücken. Es gibt im Land zahlreiche Möglichkeiten, um Beschäftigte fit für die beruflichen Anforderungen der Zukunft zu machen. Damit Arbeitgeber und Mitarbeiter diese Chancen ergreifen, wurde gestern eine Initiative gestartet. Lothar Warscheid

Das Saarland will erreichen, dass noch mehr Arbeitnehmer als bisher weiterqualifiziert werden. Um hier Gas zu geben, hat das Zukunftsbündnis Fachkräfte Saar (ZFS) gestern ein Arbeitsprogramm verabschiedet, das dazu dienen soll, bei der Weiterbildung den Turbo einzuschalten. Alle ZFS-Mitglieder (Regierung, Kammern, Unternehmensverbände, Gewerkschaften und die Bundesagentur für Arbeit , BA) wollen es jedoch nicht bei Appellen belassen. Mit einem zwölf Punkte umfassenden Programm sollen Schwachstellen bei der Förderung beseitigt und Angebote, die bisher ein Schattendasein führen, stärker in den Mittelpunkt rücken.



Eine dieser Maßnahmen, die nach Auffassung von Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD ) mehr Aufmerksamkeit verdient, ist das Programm Kompetenz durch Weiterbildung (KdW). Davon können kleine und mittlere Unternehmen profitieren, wenn sie einen Mitarbeiter weiterqualifizieren wollen. Bis zu 50 Prozent der Kosten werden hierbei bezuschusst. Bis 2020 stehen noch elf Millionen Euro zur Verfügung. Heidrun Schulz, Chefin der BA-Regionaldirektion, will dem BA-Programm "WeGebAU" neues Leben einhauchen. Mit ihm können Geringqualifizierte und Beschäftigte in kleinen und mittleren Unternehmen gefördert werden. "Allein für das Saarland stehen hier fünf Millionen Euro bereit", sagt Schulz.

Die Handwerkskammer (HWK) des Saarlandes "verspricht sich einiges vom geplanten Meisterbonus", so HWK-Hauptgeschäftsführer Arnd Klein-Zirbes. Mit dem Bonus soll die Weiterbildung zum Meister oder Techniker unterstützt werden. Bis zu 10 000 Euro können hier pro Fall lockergemacht werden.

Die Arbeitskammer (AK) will "eine umfassende Informationsplattform zum Thema berufliche Weiterbildung erarbeiten", verspricht AK-Hauptgeschäftsführer Thomas Otto. Das komplette Arbeitsprogramm ist im Internet zu finden.

fachkraefte.saarland.de



Meinung:

Gefährliche (Nach)lässigkeit

Von SZ-Redakteur Lothar Warscheid

Der Fachkräftemangel und die Herausforderungen der Digitalisierung für die Arbeitswelt sind Thema ungezählter Vorträge und Diskussionen. Doch in der Realität werden diese Felder mit einer gewissen (Nach)lässigkeit bearbeitet. Dieser Schuss kann nach hinten losgehen. Auch die Inhaber kleiner Firmen müssen sich fragen, ob ihre Leute mit den Kenntnissen und Erfahrungen der Vergangenheit die Zukunft meistern können. Dass viele im Tagesgeschäft für solche Überlegungen keine Zeit haben, ist verständlich, kann aber fatal sein. Das gilt auch für die Ansicht, dass bis heute ja alles gut gegangen ist. Diesen Glauben hatte der Truthahn auch, aber nur bis zum Tag vor Thanksgiving. Dann kam der Mann mit dem Messer - und nichts mehr war gut.