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Parkte Energie-Riese 27 Milliarden wegen Steuern in Luxemburg?

Luxemburg. Der Energiekonzern Engie (früher GDF Suez) soll über Tochtergesellschaften 27 Milliarden Euro in Luxemburg deponiert haben, um so Steuer zu sparen. Das berichtet der französische Nachrichtenportal "Les jours". Demnach sollen die Transaktionen über die Holding Engie Invest International mit Sitz in Luxemburg gelaufen sein. "Die 27 Milliarden stellen die Höhe des Eigenkapitals dar", schreibt "Les jours". Dies stelle aber mehr als die Hälfte des Gesamtwerts der Engie-Gruppe dar. Dieser liege bei rund 49 Milliarden Euro. Hélène Maillasson

Bereits Ende September war Engie, deren Hauptaktionär der französische Staat (33 Prozent des Kapitals) ist, ins Visier der Europäischen Kommission geraten. Diese hatte angekündigt zu prüfen, ob der Konzern von einer Sonderbehandlung seitens des luxemburgischen Staates profitiert hatte, was die Steuerzahlung angeht. Dem Unternehmen gelang es, über ein Darlehen, das eine Tochtergesellschaft einer anderen gewährte, doppelt Steuervorteile zu erzielen. Das prangert EU-Kommissarin Margrethe Vestager als unzulässig an: "Ein einziges Unternehmen kann nicht auf beiden Seiten ein- und derselben Transaktion den jeweils besten Vorteil erhalten."