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Nach 26 Jahren im Vorstand hört Rigobert Maurer auf
Stabwechsel bei den Saarland Versicherungen

Rigobert Maurer war fast 30 Jahre Vorstand der Saarland Versicherungen.
Rigobert Maurer war fast 30 Jahre Vorstand der Saarland Versicherungen. FOTO: VKB / © Stefan Heigl
Saarbrücken. Als Rigobert Maurer im Mai 1992 seinen Vorstandsjob bei der Saarland Versicherung antrat, war die Versicherungswelt noch eine deutlich andere. Damals waren die Tarife noch streng reguliert, Konkurrenzkampf zwischen den Versicherungen kam erst Mitte der 90er Jahre auf. Und die Lebensversicherung war die Standard-Altersvorsorge der Deutschen. Das ist heute anders. Von Joachim Wollschläger
Joachim Wollschläger

Am 31. Dezember scheidet Rigobert Mauer als Vorstand bei den Saarland Versicherungen aus. Er ist damit eines der dienstältesten Vorstandsmitglieder aller öffentlichen Versicherer in Deutschland. Maurer übergibt den Stab an Frank A. Werner. Der ist seit Mitte 2015 Vorstand der Feuersozietät Berlin, die ebenso wie die Saarland Versicherungen Konzerntochter der Versicherungskammer Bayern ist. Bei den Saarland Versicherungen wird Werner die Verantwortung insbesondere für die Bereiche Versicherungsbetrieb, Schaden‐ und Leistungsbearbeitung, Informationstechnologie und Betriebsorganisation,übernehmen. Diese Verantwortung übernimmt er neben seiner Vorstandstätigkeit bei den – ebenfalls zum Konzern Versicherungskammer gehörenden – Unternehmen, Feuersozietät und Öffentliche Leben in Berlin Brandenburg.


Maurer bleibt seinem Credo treu

In Maurers Dienstzeit hat sich die Versicherungswelt stark gewandelt. Digitalisierung und Niedrigzinsen bestimmen das Geschäft. Und die Lebensversicherung verliert immer mehr an Attraktivität, seit der Garantiezins Jahr für Jahr sinkt. Der Lebensversicherungs-Spezialist Maurer bleibt allerdings seinem Credo treu: „Die Lebensversicherung ist und bleibt die beste Altersvorsorge“, sagt er. Vor allem gehe es darum, durch Konsumverzicht Geld zur Seite zu legen, das dann im Alter verfügbar ist. „Die Zinsen sind erstmal zweitrangig. Wichtig ist, dass für den Rest des Lebens eine Absicherung da ist.“



Frank Andreas Werner tritt Mauers Nachfolge an.
Frank Andreas Werner tritt Mauers Nachfolge an. FOTO: vkb / © Stefan Heigl

Nicht nur die Branche, auch die Saarland Versicherungen haben sich in Maurers Dienstzeit stark gewandelt. Anfang der 90er Jahre waren sie  von der Trägerschaft des Landes zum Sparkassen-Verband gekommen. „Für uns war das ganz wichtig, weil wir dadurch den Bankenvertrieb über die Sparkassen für die Lebensversicherungen bekommen haben“, sagt Maurer rückblickend. Allerdings auch zum Ärger der eigenen Versicherungsagenturen, die ihr Geschäft schwinden sahen. Auch der Wettbewerb wurde härter. Viele frühere Konkurrenten sind längst Geschichte, Sawag oder Deutscher Herold sind in größeren Konzernen aufgegangen. Auch den Einstieg der Versicherungskammer Bayern – erst als Minderheits, später als Komplett-Eigner – hat Maurer begleitet. Und den wichtigsten Schritt: die Digitalisierung: „Früher hatten wir noch ein eigenes Rechenzentrum“, sagt er. Doch irgendwann sei klar gewesen, dass die IT an einen größeren Verbund angedockt werden muss. Lange Zeit war das die DVG in Hannover, später ging die Kooperation auf die Versicherungskammer in Bayern als Muttergesellschaft über. Und seit diesem Jahr werden die IT-Systeme konsequent mit den Münchnern zusammengeführt. „Ausschlaggebend war die Entwicklung immer neuer Versicherungsprodukte, was wir alleine nicht stemmen konnten“, sagt Maurer.

Reisen, Wandern und Golf

Die Digitalisierung sieht Maurer auch heute noch als die größte Herausforderung für seinen Nachfolger. Prozesse werden automatisiert, Daten spielen eine immer größere Rolle und erlauben auch der überregionalen Konkurrenz, stärker auf dem regionalen Feld zu wildern. Maurer sieht das Konzept Nähe aber auch in Zukunft als Erfolgsfaktor: „Gerade in der Sachversicherung zahlt sich die Nähe und der persönliche Kontakt aus. Vor allem im Schadensfall“, sagt er. Den 61-Jährigen wird das ab Januar nicht mehr kümmern. „Mein Fokus liegt dann eher auf Reisen, Wandern und Golf“, sagt Maurer.