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Aktien
Deutsche Börse weiterhin in Feierlaune

Der Bulle steht für steigende Kurse. Neben dieser Skulptur vor der Frankfurter Börse befindet sich der Bär, der das Gegenteil symbolisiert.
Der Bulle steht für steigende Kurse. Neben dieser Skulptur vor der Frankfurter Börse befindet sich der Bär, der das Gegenteil symbolisiert. FOTO: dpa / Frank Rumpenhorst
Frankfurt. Wer im zu Ende gehenden Jahr in Aktien investiert hat, kann sich zufrieden zurücklehnen. Für das nächste Jahr sind die Fachleute skeptischer.

(dpa) Börsenrally ohne Ende: Mit einem kräftigen Kursplus von 12,5 Prozent auf Jahressicht hat sich der deutsche Leitindex Dax von 2017 verabschiedet. Das wichtigste deutsche Börsenbarometer legte damit das sechste Gewinnjahr in Folge hin – auch wenn der Jahresendspurt dieses Mal ausfiel und der Dax die Marke von 13 000 Punkten am letzten Handelstag nicht verteidigen konnte. Die Rahmenbedingungen für eine Fortsetzung des Börsenbooms 2018 scheinen gut. Die Skepsis mancher Beobachter wächst allerdings. An anderen großen Börsen sorgten kauffreudige Investoren 2017 ebenfalls für kräftige Kurssprünge. Politische Unsicherheiten und Sorgen etwa wegen Nordkoreas Raketentests konnten den Anlegern die Stimmung nicht dauerhaft verderben.


Sprudelnde Unternehmensgewinne dürften den deutschen Aktienmarkt auch im kommenden Jahr antreiben, ist Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege für Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank, zuversichtlich. Er sieht den Dax Ende 2018 bei 14 100 Punkten. Nach Einschätzung von Christian Kahler, Chefstratege Aktien bei der DZ Bank, mehren sich zwar die Gefahrenzeichen für ein Ende des Aufschwungs an den Börsen. „Doch die niedrigen Zinsen werden eine Korrektur wahrscheinlich verhindern.“ Bis auf 14 000 Punkte könnte der deutsche Leitindex bis Ende des kommenden Jahres steigen. Die Geldflut der Notenbanken hält die Aktienmärkte seit Jahren am Laufen. Investoren müssen das viele Geld irgendwo anlegen. Da die Zinsen im Keller sind, herrscht Anlagenotstand. Investoren setzen daher verstärkt auf Aktien und Immobilien.

Zwar läutete die Europäische Zentralbank (EZB) im Oktober den Einstieg in den Ausstieg aus ihrer ultralockeren Geldpolitik ein. Doch bis die Schleusen geschlossen sind, dürfte es noch eine ganze Weile dauern. Die erste Leitzinsanhebung im Euroraum erwarten Experten erst 2019. Die US-Notenbank erhöht zwar seit einiger Zeit die Zinsen – allerdings in kleinen Schritten. Ein starker Anstieg wird nicht erwartet. Der designierte neue Chef der Notenbank Fed, Jerome Powell, gilt als moderat.



Gestützt wird die Kauflaune der Anleger auch von der guten Konjunktur. In Deutschland läuft die Wirtschaft auf Hochtouren, der Euroraum kommt in Schwung, und die Weltkonjunktur gewinnt an Tempo. Der Optimismus in den Chefetagen ist groß, die Gewinne  sprudeln, höhere Dividenden locken.

Der Boom geht in Deutschland allerdings an vielen Privatanlegern vorbei. Nach Angaben des Deutschen Aktieninstituts hält gerade einmal jeder siebte Bundesbürger Aktien und/oder Aktienfonds, obwohl Sparbuch, Tagesgeld und Co. wegen der Zinsflaute kaum noch etwas abwerfen. Gerade einmal rund 611 Milliarden Euro steckten Ende des zweiten Quartals nach jüngsten Angaben der Deutschen Bundesbank in Aktien und sonstigen Anteilsrechten. Zum Vergleich: Auf insgesamt rund 2,248 Billionen Euro beliefen sich die Bestände der privaten Haushalte an Bargeld und Einlagen. Von dem Dividendenregen profitieren vor allem Profi-Investoren wie Versicherungen, Vermögensverwalter und Pensionskassen – und diese kommen mehrheitlich aus dem Ausland. 54 Prozent der Aktien von Dax-Unternehmen sind in ausländischer Hand.

Ob 2018 tatsächlich ein weiteres Jahr der Aktie wird, ist aus Sicht von Helaba-Chefvolkswirtin Gertrud Traud allerdings fraglich: „Aktienanleger haben bereits zu viele Vorschusslorbeeren verteilt und sind ausgesprochen sorglos geworden.“ Die Helaba traut dem deutschen Leitindex bis zu 13 500 Punkte im kommenden Jahr zu. „Wir glauben, dass wir in dem aktuellen Zyklus das Beste bereits gesehen haben.“