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Industrieflächen
Im Saarland Platz für Tesla dringend gesucht

Tesla-Chef Elon Musk.
Tesla-Chef Elon Musk. FOTO: dpa / Andrej Sokolow
Saarbrücken. Spätestens, seit die Debatte um die erträumte Ansiedlung eines Werks des US-Elektro-Auto-Herstellers Tesla das Saarland bewegt, schrillen bei der großen Koalition die Alarmglocken. Denn wo ist denn noch genügend Platz für solch eine Riesen-Ansiedlung im Industrieland Saarland? Von Dietmar Klostermann
Dietmar Klostermann

Das fragt sich auch die CDU/SPD-Koalition und hat jetzt einen Antrag für die morgige Landtagssitzung eingebracht. Der ist an die eigene CDU/SPD-Landesregierung gerichtet. Er hat zum Ziel, die kurz- bis mittelfristige Verfügbarkeit zusammenhängender Industrieflächen nachhaltig zu sichern, das Flächenangebot zügig auszuweiten und einen Masterplan Industrieflächen strategisch weiterzuentwickeln.


Er wisse nicht, welche Fläche das Saarland Tesla anbieten könne, sagt SPD-Fraktionschef Stefan Pauluhn auf Anfrage. „Das ist aber auch nicht die Aufgabe der SPD-Fraktion“.

Ein bisschen klingt der Antrag von CDU/SPD so, als habe Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) ihre Hausaufgaben zu gut gemacht. „Mit dem von der Landesregierung umgesetzten Masterplan Industrieflächen wurden an vier Standorten in Homburg/Kirkel, Losheim, Tholey und Saarlouis 177 Hektar vermarktbare Flächen erschlossen. Im Frühjahr 2018 waren davon bereits rund 150 Hektar vermarktet. Über 30 Unternehmen konnten somit über alle vier Standorte hinweg angesiedelt werden“, heißt es lobend im Antrag.



Doch leider steht unter dem Strich: „An den Masterplan-Standorten stehen folglich nur noch etwa 27 Hektar vermarktbare Flächen zur Verfügung.“ Das reicht selbst als zusammenhängendes Areal nicht aus, um die von Musk geplante Giga-Factory zu bauen. Die erste dieser riesigen Batterie-Fabriken in der Wüste von Nevada belegt eine Fläche von 54 Hektar.

Jedenfalls sorgen sich die Koalitionäre im Landtag, dass die Verknappung des Flächenangebotes kein gutes Signal für eine weitere Ansiedlung interessierter, investitionsbereiter Unternehmen aus aller Welt wäre. „Die wirtschaftliche Entwicklung des Industriestandorts Saarland würde dadurch erheblich behindert“, stellen CDU und SPD fest. Morgen könnte Rehlinger also neue Hausaufgaben im Landtag erteilt bekommen.