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Beauty
Sommergenuss ohne Schweißgeruch

Mit den sommerlichen Temperaturen steigt auch die Schweißproduktion.
Mit den sommerlichen Temperaturen steigt auch die Schweißproduktion. FOTO: ZoomTeam/Fotolia / ZoomTeam
Saarbrücken . Die besten Experten-Tipps gegen das Schwitzen bei hohen Temperaturen. Deos erst nach dem Waschen auftragen.

Elefanten benötigen kein Deo, denn sie haben keine Schweißdrüsen. Für die Regulierung der Körperwärme nutzen sie ihre großen Ohren. Der Mensch hingegen beginnt zu schwitzen, wenn ihm zu warm ist. „Es ist eine natürliche Körperfunktion, die der Temperaturregulation dient. Schweiß wird auf der Haut abgesondert, verdunstet und kühlt dadurch den Körper, wenn es notwendig ist, das heißt, wenn die Körpertemperatur einen bestimmten Schwellenwert überschreitet“, erklärt Stefan Rapprich, Dermatologe an der Hautklinik Darmstadt.


Bei gesunden Menschen ist dies also kein Grund zur Beunruhigung. Unangenehm ist es für manchen trotzdem, etwa wenn dadurch unangenehme Düfte in die Nase steigen. Auch dafür hat Rapprich eine Erklärung: „Der Schweiß des Körpers ist geruchlos. Der Geruch entsteht erst durch bakterielle Zersetzung auf der Haut mit der Zeit. Vor allem Fette, die mit dem Schweiß abgesondert werden, werden durch Bakterien zersetzt, im Wesentlichen zu Buttersäure. Und das ist dann der unangenehme Schweißgeruch, der sich, wenn man sich längere Zeit nicht gewaschen hat oder die Wäsche nicht wechselt, breitmacht.“ Tipps dagegen gibt es jede Menge.

Das Wichtigste ist die Körperhygiene. Das Onlinemagazin www.duschenprofis.de rät, jeden zweiten Tag und nur lauwarm zu duschen. – nicht wärmer als 35 Grad und nicht kälter als 25 Grad. Eiskalt zu duschen, ist hingegen kontraproduktiv. Zwar sinkt dadurch erstmal die Körpertemperatur, „aber wer dann nach draußen geht, schwitzt mehr als vorher, weil der Körper die Temperatur wieder hochschraubt, um sie der Umgebung anzupassen“, erläutert Maja Hofmann von der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie an der Charité Berlin. Im Hochsommer sei es sinnvoller, nicht unter Körpertemperatur zu duschen und etwas Warmes oder zumindest Lauwarmes zu trinken. Denn dadurch werde der Körper der Außentemperatur näher gebracht, und man schwitze weniger. „Noch besser ist ein Saunagang“, sagt die Ärztin, „danach empfindet man hierzulande wohl keine Außentemperatur mehr als zu warm.“



Ein Schwitzbad-Besuch im Sommer? Was paradox klingt, ist bei näherer Betrachtung plausibel: Das körpereigene Kühlungssystem funktioniert umso effektiver, je besser es in Übung ist. Nach Angaben des Deutschen Saunabundes vertragen Menschen, die regelmäßig saunabaden, Hitze besser, weil sie an Wärme gewöhnt sind. Die trockene und entspannende Saunawärme in Verbindung mit der kühlen Erfrischung durch Tauchbecken oder kalter Dusche bewirkt auch im Sommer körperliche Erholung und psychische Entspannung. Zudem wirkt die Sauna nur dann gesundheitsfördernd, wenn sie regelmäßig, also auch im Sommer genutzt wird.

Nicht nur die Sauberkeit spielt beim Schweißgeruch eine Rolle, sondern auch der Stoff der Kleidung. Denn die Bakterien, die für den unangenehmen Geruch sorgen, werden bei Feuchtigkeit aktiv. „Kunstfasern riechen schneller nach Schweiß als Naturfasern“, erklärt der WDR in einem Internetbeitrag zum Thema „Tipps gegen Schweißgeruch in T-Shirts“. Grund dafür sind die glatten Plastikfasern, die keine Feuchtigkeit aufnehmen und auf deren Oberfläche Schweiß und Bakterien haften bleiben.

Anders bei Baumwolle und Viskose: „Die Faser quillt auf und schleust Feuchtigkeit ins Innere. Sie steht also den Bakterien nicht direkt zur Verfügung. Deshalb entsteht Geruch hier erst mit der Zeit.“ Ähnliches gilt für Wolle, die zudem durch das natürliche Wollfett antimikrobiell wirkt. Um den Schweißgeruch aus der Kleidung zu entfernen, sind Waschtemperaturen von über 60 Grad erforderlich.

Ein weit verbreitetes Hausmittel gegen Schweißgeruch in Kleidungsstücken ist das mindestens zweistündige Einweichen in Essig-Essenz, die mit vier Teilen Wasser gemischt wird. Alternativ bietet sich die Vorbehandlung mit Gallseife an. So lassen sich auch unschöne Deospuren entfernen. Einer Studie des Statistik-Portal Statista von 2017 zufolge, nutzt mehr als die Hälfte der Deutschen mindestens einmal täglich Deodorants. Der Begriff kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Geruch weg“. Unterschieden werden Deos und Antitranspirantien. Erstere enthalten nach Angaben von www.medizinauskunft.de anti-bakterielle Wirkstoffe, Alkohol sowie Duftstoffe, um unerwünschte Gerüche zu überlagern.

Wirkungsvoller seien schweißhemmenden Antitranspirantien. „Sie verengen mit Aluminiumsalzen die Schweißporen, sodass weniger Schweiß ausgeschieden und den Bakterien die Lebensgrundlage entzogen wird“, lautet die Erklärung dazu. Aluminiumsalze können die Schweißmenge um 20 bis 50 Prozent reduzieren. Allerdings kann der Schweißstau zu Juckreiz oder Hautirritationen führen.

Deos und Antitranspirantien sollten immer auf die frisch gewaschene Haut aufgetragen werden, denn „hat die Schweißbildung erst einmal eingesetzt, nützt nachträgliches Auftragen nichts mehr“.