Apple bringt die Spielhalle aufs Handy

Spieldienst für iPhone und Co. : Apple bringt die Spielhalle aufs Handy

Mit dem neuen Spieledienst Arcade bietet der iPhone-Konzern seinen Nutzern einen umfangreichen Spielekatalog.

Dutzende Videospiele für einen Pauschalpreis von 4,99 Euro im Monat spielen zu können, das verspricht der neue Dienst Apple Arcade. Er ist ab der Version 13 des mobilen Betriebssystems iOS Bestandteil des App-Stores, Apples Online-Verkaufsplattform. Auf dem Mac ist das Betriebssystem macOS Catalina nötig. Wer den Dienst ausprobieren möchte, kann das mit einem kostenlosen Probemonat tun. Auf über 100 Spiele soll das Angebot laut Apple bald anwachsen, derzeit sind es knapp 80.

Das verspricht Apple Wer den Dienst abonniert, kann die Spiele wie alle anderen Apps aus dem App-Store herunterladen und so auch unterwegs spielen. Möglich ist das auf fast allen Geräten des iPhone-Konzerns, vom iPhone und iPad bis hin zum Mac-Computer und per Apple TV auch auf dem Fernseher. Einzige Ausnahme ist die Computeruhr ­Apple Watch. Spieler sollen jederzeit von einem Gerät auf das andere wechseln können. Wer ein Spiel zum Beispiel am Fernseher beginnt, soll es unterwegs auf dem Smartphone fortsetzen können. Apple wirbt außerdem damit, besonders auf den Datenschutz seiner Nutzer zu achten. Laut dem Konzern können die Spielehersteller ohne Zustimmung keine Daten über die Spieler sammeln. Apple verspricht außerdem, dass Nutzer keine Werbung zu sehen bekommen und neben dem monatlichen Beitrag kein Geld ausgeben müssen, um die Spiele in vollem Umfang zu nutzen.

Das kann der Dienst Bei einem Blick auf das Angebot von Apple Arcade fällt auf, dass man bekannte Spieleserien von PC und Konsole hier vergeblich sucht. Stattdessen finden sich größtenteils Spiele, die es ausschließlich bei dem Apple-Dienst gibt. Weder können diese Spiele aus dem App-Store einzeln gekauft werden, noch sind sie auf anderen Plattformen zu finden. Die Spiele sind nach Rubriken wie Action, Abenteuer, Rätsel, Rollenspiel oder Strategie geordnet und oft recht simpel aufgebaut.

Da würe zum Beispiel das Rätselspiel Spek, bei dem man das Spielfeld klug verschieben muss, um einen kleinen Fleck (engl. „speck“) über das Spielfeld zu lotsen. Oder Mini Motorways, in dem der Spieler die Verkehrsprobleme einer virtuellen Stadt lösen muss. Auch komplexere Titel finden sich in der Sammlung. So erforscht der Spieler etwa in Shinsekai: Into the Depths eine große, weit verzweigte Unterwasserwelt. In Oceanhorn 2 kämpft sich der Spieler durch eine mittelalterliche Fantasywelt und in Jenny LeClue – Detectivu muss er sich als Detektiv beweisen.

Spieleveteranen werden auch ein paar alte Bekannte treffen. Etwa Rayman, eine Spielfigur mit schwebenden Händen und Füßen aus den 1990er-Jahren, oder Igel Sonic, das Maskottchen des japanischen Spielekonzerns Sega, der in Sonic Racing in einen Rennwagen steigt. Weniger prominent ist der Frosch aus dem Videospiel Frogger, in dem man den namensgebenden Frosch sicher über eine stark befahrene Straße und über einen Fluss bringen muss. Ebenfalls mit dabei ist der Spielhallenklassiker Pac-Man, in dem nun auch mehrere Spieler gegeneinander antreten können.

Hier hakt es noch Alles in allem machen die Spiele Spaß. Manche fesseln mit liebevoll gezeichneter Grafik oder schön erzählten Geschichten. Auch der Wechsel von einem Gerät zum anderen klappt gut. Doch es gibt noch einige Haken. Manche Spiele funktionieren nur mit einem sogenannten Gamepad, einem Eingabegerät zum Steuern von Computerspielen, richtig gut. Das ist vor allem für Nutzer von ­Apple TV nötig, da ihnen sonst nur die Fernbedienung zum Spielen bleibt. Es werden jedoch nur ausgewählte Geräte unterstützt, darunter die für die Spielekonsolen Xbox One und Playstation 4 sowie Modelle, die speziell für iOS entwickelt wurden. Andere Spiele sind eher für den Touch-Bildschirm eines Smartphones oder Tablet-Computers gemacht und lassen sich mit Gamepad nicht steuern.

Das Fazit Für fünf Euro im Monat bietet Apple Arcade eine schöne Auswahl an Spielen. Wer den Dienst abonniert, kann ihn innerhalb der Familie bis zu sechs Familienmitgliedern zugänglich machen. Da für den Dienst keine Zusatzkosten anfallen, brauchen Eltern sich keine Sorgen zu machen, dass die Kinder Geld für Apps ausgeben. Aber auch für erwachsene Zocker hat der Spielekatalog etwas zu bieten. Die Einrichtung ist leicht und viele kurzweilige Spiele versprechen Zerstreuung für unterwegs, etwa in Bus und Bahn. Für Apple-Nutzer spricht auch dank des kostenlosen Probemonats nichts dagegen, einmal hineinzuschauen.

Auf den Spieledienst können Nutzer mit fast allen Apple-Geräten zugreifen, per Apple TV auch auf dem Fernseher. Foto: dpa-tmn/Andrea Warnecke

Alternativen Wer kein Gerät des iPhone-Konzerns besitzt, für den gibt es derzeit kaum vergleichbare Angebote. Spiele-Flatrates gibt es für PC und Konsole, jedoch nicht für Mobilgeräte. Der Internetkonzern Google bietet als einziger einen vergleichbaren Dienst an, bislang jedoch nur in den USA. Der ­Google Play Pass erlaubt Android-Nutzern für 4,99 US-Dollar den Zugriff auf hunderte Apps, darunter laut ­Google 350 Spiele, aber auch andere Anwendungen. In dem Spieleangebot befinden sich vor allem Titel, die es schon seit Längerem gibt und die man auch separat im Play Store, Googles Online-Verkaufsplattform, kaufen kann.

(dpa)
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