Verbraucherzentrale gibt Tipps: So kauft man sicher und günstig im Netz

Verbraucherschützer geben Tipps : So kauft man sicher und günstig im Netz

Onlinekäufer sollten genau darauf achten, was sie wo kaufen, wenn sie kein schlechtes Geschäft machen wollen.

  Im Internet einzukaufen, ist für viele zum Alltag geworden. Zwei Drittel aller Deutschen gehen laut dem Handelsverband Deutschland (HDE) auf einen virtuellen Einkaufsbummel. Unter den 14- bis 29-Jährigen und den 30- bis-59-Jährigen sind es jeweils knapp 80 Prozent. 2018 hat auch ein Drittel der Generation 60 Plus im Internet eingekauft, elf Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Angaben des HDE zufolge haben die Deutschen 2018 beim Onlinekauf durchschnittlich rund 1350 Euro ausgegeben.

Doch im Internet sollten Nutzer nicht unbedacht einkaufen. Auf der Hut sein sollten Käufer vor Fake Shops. Vor solchen gefälschten Internet-Verkaufsplattformen, mit denen Betrüger Onlinekäufer abzocken wollen, warnt Eva Rohde vom Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (BEVH). Besonders schnell lande man bei solchen falschen Angeboten über die Bildersuche von Google, erklärt Rohde.

Manche Betrugsmaschen sind leicht zu entlarven. Wenn Name oder Adresse einer Seite nicht zum Angebot passen, sollten alle Alarmglocken läuten, sagt Rohde. Auch schlechtes Deutsch, ein buntes Sammelsurium an Produkten oder Markenprodukte zu besonders niedrigen Preisen seien mögliche Hinweise. Damit sie wissen, bei wem sie kaufen, sollen Nutzer stets einen Blick ins Impressum werfen, vor allem bei unbekannten Onlinehändlern, so Rohde. Nützlich seien außerdem Siegel von Prüfinstituten, zum Beispiel das des deutschen Unternehmens Trusted Shops, vom Forschungs- und Bildungsinstitut EHI oder vom Tüv Süd.

Online einzukaufen, ist oft günstiger als im Geschäft vor Ort. Doch die Preise ändern sich schnell, bei manchem Anbieter sogar täglich, erklärt Kirsti Dautzenberg vom Verbraucherzentrale-Bundesverband. In einer Untersuchung haben die Verbraucherschützer festgestellt, dass die Unterschiede schon innerhalb weniger Tage teilweise gravierend ausfallen können. Um trotzdem einen guten Preis zu erwischen, sollten Nutzer möglichst nicht spontan einkaufen, empfiehlt die Verbraucherzentrale. Das gelte insbesondere bei teuren Anschaffungen. „Wer ein bestimmtes Produkt im Auge hat, sollte die Preise über einige Tage vergleichen“, rät Dautzenberg. Das gehe zum Beispiel mit Preissuchmaschinen, darunter idealo.de, billiger.de oder günstiger.de. Zudem lohne sich stets auch ein Blick auf die Preise im Laden um die Ecke.

Von der Schnäppchensuche an speziellen Rabatt-Tagen wie dem Black Friday Ende November oder dem Cyber Monday Anfang Dezember sollten sich Verbraucher lieber nicht locken lassen, raten die Verbraucherschützer. Geld könnten sie eher sparen, wenn sie gezielt nach Produkten suchen und in aller Ruhe die Preise vergleichen.

Die meisten Onlinehändler bieten mehrere Bezahlmethoden an. „Für Kunden ist die Zahlung auf Rechnung am besten. Denn dann haben sie die Ware schon in der Hand, bevor das Geld fließt“, sagt Dautzenberg. Auf Vorkasse solle man sich lieber nicht einlassen, insbesondere bei Händlern, die einem unbekannt sind. „Falls die Ware beschädigt ist oder nicht ankommt, ist es oft schwieriger, das Geld zurückzubekommen.“ Gleiches gelte bei der Nutzung einer Kreditkarte.

Ist ein Kauf per Rechnung nicht möglich, können Zahlungsdienstleister wie Paypal eine Alternative sein. Sie bieten oft ein sogenanntes Käuferschutzprogramm an, das verspricht, dem Käufer das Geld zurückzuerstatten oder Ersatz zu liefern, falls die bestellte Ware nicht ankommt oder Fehler hat.

Wer wisse, dass er das Paket Zuhause nicht annehmen können werde, solle die Ware stattdessen an einen Paketshop oder an einen Nachbarn schicken lassen. Eine weitere Möglichkeit sei, das Paket an ein Schließfach des Transportunternehmens, etwa eine DHL Packstation, liefern zu lassen, erklärt Rohde. Immer mehr Onlinehändler bieten auch Click-and-Collect an. Bei diesem Verfahren bestellt man ein Produkt bei einem Händler im Internet und holt es dann in einer Filiale des Unternehmens ab.

Wie man sich vor Abzocke im Internet schützt, verrät die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen auf ihrer Internetseite. Zwei nützliche Beiträge zu dem Thema finden Nutzer, indem sie auf verbraucherzentrale.de in der Rubrik Digitales den Suchbegriff „Internetbetrug“ eingeben.

www.verbraucherzentrale.de/
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