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| 19:41 Uhr

„Sarko“ will es nochmal wissen

Paris. Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy hat seine Bewerbung für die Vorwahlen der Konservativen angekündigt. Der 61-Jährige, dessen Umfragewerte derzeit nicht die besten sind, setzt auf einen stramm rechten Kurs. Christine Longin

"Sarkozy will überraschen", titelte die Zeitung "Le Parisien" vergangene Woche ironisch. Zu sehen war der französische Ex-Präsident Nicolas Sarkozy auf dem Rennrad mit den Seealpen im Hintergrund. Der sportliche Konservative hatte den Sommer in der Residenz seiner Frau Carla Bruni am Mittelmeer verbracht, um die Überraschung vorzubereiten, die keine mehr ist: seine Kandidatur für die Vorwahlen der Republikaner. Viel war spekuliert worden über die Art und Weise der Ankündigung. Ein "Blast", ein "Knaller" solle es werden, hatte der 61-Jährige selbst gesagt. Letztlich wählte "Speedy Sarko" ein neues Buch, um seine Pläne zu enthüllen. "Ich habe gespürt, dass ich die Kraft habe, den Kampf in einem so turbulenten Moment unserer Geschichte zu führen", heißt es in dem 250 Seiten dicken "Tout pour la France" (Alles für Frankreich), das morgen erscheint.

Schon vor der Veröffentlichung ist klar, dass Sarkozy bis zu den Vorwahlen im November einen stramm rechten Kurs verfolgen wird, der vor allem auf die Wählerschaft des rechtspopulistischen Front National (FN) zielt. "Staatsangehörigkeit, Identität, Sicherheit - das sind die Themen, die er verteidigen wird", sagte der Senator Roger Karoutchi der Zeitung "Le Monde ". Sarkozy hatte sich als ehemaliger Innenminister nach den Anschlägen im Juli schnell mit seinen Ideen profiliert. So schlug er vor, alle, die als Gefahr für die Sicherheit des Landes gelten, vorsorglich wegzusperren.

Außerdem sollten in Frankreich geborene Kinder von Ausländern nicht mehr automatisch die Staatsbürgerschaft bekommen - ein Recht, das er als Sohn eines ungarischen Einwanderers selbst hatte. Mit seinen Vorschlägen will Sarkozy sich auch vom früheren Regierungschef Alain Juppé abgrenzen, der für einen gemäßigten Kurs steht. Juppé führt in den Umfragen, während Sarkozys Kandidatur bei den Franzosen generell nicht gut ankommt: Drei Viertel lehnen sowohl ihn als auch Amtsinhaber François Hollande 2017 ab. Der unbeliebte Sozialist will im Dezember über eine Kandidatur entscheiden. Falls ja, könnte es zu einer Neuauflage von 2012 kommen, als Sarkozy, Hollande und FN-Chefin Marine Le Pen in der ersten Runde gegeneinander antraten.

Nach seiner Niederlage gegen Hollande hatte Sarkozy eigentlich der Politik den Rücken gekehrt. Die selbst auferlegte Ab- stinenz dauerte allerdings nur zwei Jahre, dann meldete sich der Vater von vier Kindern als Parteichef seiner damals zutiefst zerstrittenen Konservativen zurück. Schon damals war klar, dass er damit auch eine neue Präsidentschaftskandidatur vorbereitete. Die Parteiführung der Republikaner muss Sarkozy nun abgeben, um die Bedingungen für eine Kandidatur bei den Vorwahlen zu erfüllen. Gleichzeitig muss der frühere Anwalt zeigen, warum er noch einmal an die Staatsspitze zurück will, nachdem er in seiner ersten Amtszeit das Problem der Arbeitslosigkeit nicht lösen konnte - im Gegenteil, sie stieg an.

Sarkozys Comeback wird auch von einer alten Affäre überschattet: Der Kandidat soll sein erlaubtes Wahlkampfbudget 2012 weit überschritten haben. Im Frühjahr leitete die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen illegaler Wahlkampffinanzierung ein. Ein weiteres Verfahren läuft, weil er die Justiz beeinflusst haben soll, die gegen ihn im Zusammenhang mit einer Wahlkampfspende ermittelte.