Sarkozy räumt Niederlage ein

Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy hat seine Niederlage bei der Vorwahl um die Präsidentschaftskandidatur der französischen Konservativen eingeräumt. "Es ist mir nicht gelungen, eine Mehrheit der Wähler zu überzeugen", sagte Sarkozy am Sonntagabend. Der 61-Jährige gratulierte den früheren Premierministern François Fillon und Alain Juppé zum Einzug in die entscheidende Stichwahl der bürgerlichen Rechten. Er selbst werde bei der zweiten Runde am kommenden Sonntag für Fillon stimmen.

Fillon lag bei 43,7 Prozent der Stimmen, wie die Organisatoren auf ihrer Webseite mitteilten. Juppé kam auf 27,8 Prozent, Sarkozy auf 21,7 Prozent. Die vorläufigen Ergebnisse bilden bislang die Stimmen von gut 2,6 Millionen Wählern ab. Insgesamt gingen die Organisatoren von rund drei Millionen Wählern aus.

Die Entscheidung ist eine wichtige Weichenstellung für die Präsidentschaftswahl im Frühjahr: Gesucht wird ein Kandidat, der gegen die Rechtspopulistin Marine Le Pen gewinnen kann. Umfragen lassen ein Duell zwischen der Front-National-Chefin und dem konservativen Bewerber erwarten. Ob der angeschlagene sozialistische Amtsinhaber François Hollande erneut antritt, ist unklar.

Es ist das erste Mal, dass die Konservativen ihren Bewerber für den Élyséepalast mit einer Vorwahl küren. Die Kandidaten stehen für sehr unterschiedliche Linien. Während Sarkozy nach den Terroranschlägen als Hardliner in der Sicherheitspolitik auftritt und offensiv Themen des Front National besetzt, steht Juppé für eine gemäßigtere Linie und will damit auch die Mitte erreichen.