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Jeder dritte Schüler wird im Internet gemobbt

Münster. Die Verbreitung von Mobbing im Internet wird noch immer unterschätzt. Jeder dritte Schüler wird Opfer virtueller Beleidigungen oder überzieht andere mit Attacken. Das zeigt eine Langzeit-Studie. afp/epd

Jeder dritte Schüler in Deutschland ist vom sogenannten Cyber-Mobbing betroffen. Wie eine Untersuchung der Universität Münster ergab, reicht das Spektrum von beleidigenden Mails über das Hochladen peinlicher Videos auf YouTube bis hin zum sogenannten Online-Pranger bei sozialen Netzwerken wie Facebook. Besonders verletzende Formen des virtuellen Mobbings seien jedoch eher selten.

Für die noch laufende Langzeitstudie werden rund 6000 Schüler an 33 Schulen im süddeutschen Raum befragt. Eine klare Unterscheidung zwischen Tätern und Opfern ist nach den ersten Ergebnissen nicht immer möglich. Viele Jugendliche berichteten, dass sie selbst Opfer wurden, zugleich aber auch andere via Internet gemobbt haben. Etwa ein Drittel der Betroffenen gehört zu dieser "Täter/Opfer"-Kategorie, so die Uni. Der Rest der Betroffenen verteilt sich je zur Hälfte auf die Täter- und die Opfer-Gruppe. Mit fast 20 Prozent ist der Anteil der "aggressiven Opfer" an Hauptschulen deutlich größer als an Realschulen (11,3 Prozent) und Gymnasien (8,4). Mobbing per Internet nimmt mit steigendem Alter zu. Während in der siebten Klassenstufe rund acht Prozent der Schüler als Täter gelten, steigt der Anteil danach deutlich an und liegt in der zehnten Jahrgangsstufe bei über 14 Prozent.

Häufig nutzten Opfer von Schul-Mobbing das Internet für Rache-Aktionen, erklärten die Forscher. Am weitesten verbreitet sind demnach beleidigende Nachrichten: 14,5 Prozent der Befragten gaben an, solche Schmäh-Mails zu schreiben. In 7,9 Prozent der Fälle wurden vertrauliche Informationen an Dritte weitergeleitet. Für die breite Öffentlichkeit zugängliche Formen von Internet-Mobbing wie das Hochladen peinlicher Bilder und Videos sind dagegen eher selten (1,9 Prozent).