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Haushaltspläne
Italienische Alternative

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Vor dem Hintergrund der oftmals chaotischen und wirren Ankündigungen im italienischen Wahlkampf fallen die ersten Haushaltsdaten aus Rom fast schon brav aus. Finanzminister Giovanni Tria reißt nicht einmal die Maastrichter Drei-Prozent-Hürde für neue Schulden. Von Detlef Drewes

Aber er trägt auch nichts zum Abbau der Altlasten bei. Das ist das Problem für ein Land, das mit über zwei Billionen Euro verschuldet ist und als drittgrößte Volkswirtschaft der Währungsunion besondere Verantwortung trägt. Was die römische Koalition nun versucht, kommt einem Gegenentwurf zum griechischen Modell gleich. Während die Geberstaaten Athen an die Leine legten und zum Sparen zwangen, will Italiens Führungsspitze den anderen Weg gehen. Schulden aufnehmen, investieren, um so die Wirtschaft anzukurbeln. Dass dieses Konzept durchaus wirken kann, steht außer Frage. Doch dann müsste das Geld für besonders nachhaltige Projekte investiert werden, nicht aber in die Erfüllung von kostspieligen Wahlversprechen. Deshalb wird Brüssel sich den noch ausstehenden Etatentwurf genau ansehen müssen. Erst dann kann man auch bewerten, was Rom wirklich vorhat.