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Bundesregierung sieht Euro in Gefahr

Bundesregierung sieht Euro in Gefahr

Berlin/Saarbrücken. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU, Foto: afp) und Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU, Foto: dpa) haben vor einem Scheitern des Euro gewarnt. Merkel bezeichnete die Situation für die europäische Währung gestern als "außerordentlich ernst". Sie wolle keine dramatischen Bilder malen, sagte sie in Berlin

Berlin/Saarbrücken. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU, Foto: afp) und Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU, Foto: dpa) haben vor einem Scheitern des Euro gewarnt. Merkel bezeichnete die Situation für die europäische Währung gestern als "außerordentlich ernst". Sie wolle keine dramatischen Bilder malen, sagte sie in Berlin. Aber vor einem Jahr hätte sich niemand vorstellen können, welche Maßnahmen nun ergriffen werden müssten. Finanzminister Wolfgang Schäuble erklärte die Milliarden-Finanzhilfen für Irland zu einer "Schicksalsfrage" für den Euro. "Es steht unsere gemeinsame Währung auf dem Spiel", sagte der CDU-Politiker im Bundestag.

Das durch Milliarden-Hilfen für seine Banken hoch verschuldete Irland hatte am Wochenanfang angekündigt, als erstes Land unter den im Mai gespannten Euro-Rettungsschirm zu schlüpfen. Im Gegenzug für die Hilfe von bis zu 90 Milliarden Euro verlangen EU, Euro-Länder und Internationaler Währungsfonds, dass Irland sein Bankensystem neu aufstellt, den Haushalt saniert und soziale Einschnitte vornimmt. Die Forderung der EU-Partner, die Unternehmenssteuer zu erhöhen, lehnt Dublin aber ab. Saar-SPD-Chef Heike Maas bezeichnete dies gestern als "völlig inakzeptabel". Bevor deutsche Steuergelder zur Sicherung irischer Banken flössen, müsse das dortige Unternehmensteuerparadies enden. > Seite A 4 und A 8: Berichte dpa/afp/red