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Mädchen mit schlechten Schulnoten wählen meist Frauenberufe

Mädchen mit schlechten Schulnoten wählen meist Frauenberufe

Berlin. Mit großer Mühe und vielen Anglizismen versuchen Schulen, Mädchen für technische Berufe zu interessieren. Doch das ist sinnlos, so das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung. Der "Girls' Day" habe "keinen nachweisbaren Einfluss auf die Berufswünsche" der Mädchen. Stärkere Effekte haben die Schulnoten und die soziale Herkunft

Berlin. Mit großer Mühe und vielen Anglizismen versuchen Schulen, Mädchen für technische Berufe zu interessieren. Doch das ist sinnlos, so das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung. Der "Girls' Day" habe "keinen nachweisbaren Einfluss auf die Berufswünsche" der Mädchen. Stärkere Effekte haben die Schulnoten und die soziale Herkunft. Mädchen mit schlechten Noten visieren eher schlechter bezahlte sogenannte Frauenberufe an. Mädchen mit guten Mathenoten und aus sozial höheren Schichten entscheiden sich öfter für einen Männerberuf.Schlechte Schülerinnern wählen Frauenberufe, weil sie dort die Anforderungen geringer einschätzen, zeige eine Auswertung der PISA-Studie. Dafür waren mehr als 16 000 Mädchen und Jungen im Alter von 15 Jahren befragt worden. Dieses Muster zeige sich bei Jungen nicht. Mit besseren Deutschnoten strebten sie eher einen Frauenberuf, mit guten Mathematiknoten häufiger einen Männerberuf an.

Die Forscher sehen als Auslöser der Berufsentscheidung von Mädchen aus bessergestelltem Elternhaus einen Informationsvorsprung. Ihre Eltern seien übers Gehaltsniveau unterschiedlicher Branchen gut informiert und gäben das Wissen an ihre Kinder weiter. Auch weil in diesen Familien eher moderne Geschlechterrollen vermittelt werden, strebten die Töchter seltener Frauenberufe an.

Außedem neigten Mädchen eher zu Männerberufen, wenn sie vom Vater Informationen erhalten. Das Vorbild der Mutter habe bei der Berufswahl weniger Einfluss. Jungen orientieren sich klar am Vater. np