Presseschau : Presseschau

Angesichts der Debatte über einen Boykott der Fußball-WM 2022 in Katar fragt sich die „Braunschweiger Zeitung“:

Angesichts der Debatte über einen Boykott der Fußball-WM 2022 in Katar fragt sich die „Braunschweiger Zeitung“:

Wo waren die mutigen Ansagen an die Scheichs, als es um die menschenunwürdigen Arbeitsverhältnisse der Gastarbeiter ging, die die Stadien in Katar bauen? Und darf einer der höchsten Sportfunktionäre in Deutschland nicht auch über den Tellerrand seines Sports hinausgucken? (.) Mit seinen Aussagen hat der DFB-Chef eine längst begrabene Debatte zutage gefördert, an deren Ende nicht nur über die Neuvergabe diskutiert werden sollte, sondern in letzter Konsequenz der WM-Boykott Deutschlands in Kauf genommen werden müsste. Das wäre mutig und konsequent im Sinne des Sports gedacht.

Zur politischen Lage am Golf meint die Mainzer „Allgemeine Zeitung“:

Gleich mehrere Staaten, auch Saudi-Arabien, stehen im Verdacht, Terror-Paten zu sein. Die USA versuchen zu jonglieren, die halbe Welt hat handfeste wirtschaftliche Interessen in der Region. Das Bild vom Pulverfass mag banal klingen, ist aber leider bittere Realität. Trump wolle vermitteln, so heißt es. Vor wenigen Tagen war er in Saudi-Arabien und hat das – Einzige? – getan, was er mutmaßlich wirklich kann: einen Milliardendeal abgeschlossen, diesmal über Waffen. Das nennt man Öl ins Feuer gießen.

Die „Nürnberger Nachrichten“ merken zum selben Thema an:

Die Lage im arabischen Pulverfass wird nun noch brisanter. Offenbar hat Trumps Stärkung der Saudis, die dem US-Präsidenten Rüstungsaufträge im Wert von 110 Milliarden Dollar bescherten, dem Regime in Riad Auftrieb gegeben. Man fühlt sich dort nun womöglich stark genug, um einen Schritt weiterzugehen im Ringen um die Vormacht in der Region, also im Kampf gegen den Iran. Deshalb die Isolierung eines unsicheren Kantonisten, den man wieder an Bord holen oder ausbluten will.

Zur Entwicklung der Mieten in Deutschland merkt die „Mitteldeutsche Zeitung“ aus Halle an:

Angemessenes Wohnen ist für große Bevölkerungsgruppen kaum noch bezahlbar, insbesondere in Groß- und Universitätsstädten. Die Mieten klettern weiter, die Bautätigkeit bleibt hinter dem Bedarf zurück. Der Versuch der Koalition, per Gesetz den Anstieg der Mieten zu bremsen, schlug fehl. (.) Gescheitert ist auch das Projekt, mit Sonderabschreibungen mehr privates Kapital in den Wohnungsbau zu lenken. Union und SPD konnten sich nicht auf die Konditionen einigen. Die kommende Bundesregierung wird deutlich mehr Ehrgeiz zeigen müssen.