| 14:28 Uhr

Er gab unserem Leben einen Sinn“

Peter Karl Huppert
Peter Karl Huppert FOTO: privat
Saarbrücken-Klarenthal. Peter Karl Huppert Dieter Gräbner

Peter Karl Huppert, Jahrgang 1947, ist der Sohn von Karl Huppert, einem selbständigen Schreinermeister und seiner Frau Helene. Er hat zwei Schwestern: Erika, Jahrgang 1942, und Inge, Jahrgang 1950. Mutter Helene kümmerte sich um den Haushalt und die Erziehung der Kinder und unterstützte ihren Mann im Büro.

Sohn Peter besuchte ab 1953 die Volksschule in Klarenthal, und 1956 - er war neun Jahre alt - wurde er in der dritten Klasse von einem katholischen Lehrer mit einem Stock verprügelt, weil er nachmittags beim Spielen auf der Straße über eine werdende Mutter gesagt hatte: ,,Die Frau hat einen dicken Bauch. Die bekommt ein Baby." Der kleine Peter wurde erheblich verletzt. In einer ärztlichen Bescheinigung liest man, dass er "Blutergüsse in Hühnereigrösse auf beiden Gesäßbacken und auf dem rechten Oberschenkel, Schwellungen auf der rechte Wange und auf beiden Handtellern" hatte.

Familie Huppert wollte mit dem gewalttätigen katholischen Lehrer nichts mehr zu tun haben. Die Eltern bekamen beim Schulamt und bei der katholischen Kirche keine Unterstützung. Sie sahen keine andere Wahl: Sie mussten zum Protestantismus übertreten. Sohn Peter Karl wechselte die Klasse, absolvierte nach dem Volksschulabschluss 1961 eine Lehre als Werkzeugmacher, die er 1964 mit der Gesellenprüfung abschloss. Er arbeitete in seinem Beruf, war in ganz Deutschland unterwegs, ein unternehmungslustiger junger Kerl, ein Kontaktmensch. Er fuhr Rennrad, spielte Fußball beim SV Klarenthal.

Und auch beruflich war er erfolgreich. 1972 bestand er die Meisterprü- fung als Maschinenbauer. Inzwischen hatte er auch seine spätere Ehefrau Rosemarie, Jahrgang 1950, kennen gelernt. Sie lebte in Bliesransbach, war zu Besuch in Klarenthal. Sie, staatlich geprüfte Wirtschafterin und technische Lehrerin, und ihr Sohn Jens Peter Huppert, Jahrgang 1978, ein erfolgreicher Bauingenieur, und ich sitzen zusammen und reden über ihren Ehemann Peter Karl Huppert. Sie erzählt: "Wir hatten uns in der Disco in der Kreisstraße 43 kennen gelernt. Es ist das Haus, in dem wir jetzt sitzen. Hier war frü- her die Disco. Ich habe gesagt, ich heirate erst, wenn ich die Zusage für Studium und Ausbildung zur technischen Lehrerin habe. Ich bekam die Zusage und studierte. Unsere Hochzeit war am 19. Oktober 1974, ökumenisch, also evangelisch und katholisch, in der Gnadenkapelle in Blieskastel. 40 Personen waren da. Es war eine schöne Feier."

"Wie ging es weiter?" Ehefrau Rosemarie, die weiterhin als Lehrerin arbeitete und die später für Sohn Jens Peter eine Tagesmutter engagiert hatte, hat es aufgeschrieben: ,,Nach wilden Jahren in Klarenthal und in der Disco Kreisstraße 43 wurde er mit seiner Heirat ein fürsorglicher Ehemann und Vater und mit der Übernahme seines Elternhauses ein unermüdlicher und kreativer Bauherr. Sein Berufsleben war von Umbrüchen begleitet, bis ihn die Weiterbildung zum Lehrer in ruhigeres Fahrwasser brachte."

Er war und blieb trotzdem ein unruhiger Mann. Die Familie war, wenn Schulferien waren, europaweit mit dem eigenen Wohnwagen unterwegs, in Süddeutschland,. in Frankreich, am Lago Maggiore.

Ehefrau Rosemarie: "Christliche Grundsätze waren ihm wichtig. Es gab nie ein Nein, wenn es um Hilfe ging." 1992 wurde er als Berufsschullehrer übernommen. Er war trotzdem immer irgendwie unterwegs, beruflich und privat. 1987 wurde er zum Vorsitzenden des Vereins Gartenbau und Landespflege Krughütte gewählt. Sohn Jens Peter: "Der Verein hatte 220 Mitglieder. Die Arbeit im Gartenbauverein war ein wichtiger Teil seines Lebens. Sie brachten Schwung in sein Leben." Ehefrau Rosemarie: "Der Verein wurde zu seiner Herzenssache und mein Ehemann Peter und seine Männer bauten und wir feierten Feste."

Sein Sohn Jens Peter, der 2009 geheiratet hat, sagt: "Und er war ein guter Vater und Großvater, der immer da war, wenn er gebraucht wurde. Unsere Kinder, seine Enkelkinder Paula, Peter und Jeanna waren die nächste große Liebe nach seinem Gartenbauverein. Als lieber und fürsorglicher Opa wurde er noch einmal gefordert."

Ehefrau Rosemarie: "Er war ein temperamentvoller Lebensgefährte. 2005 blieb er zu Hause, war Rentner. Das bedeutete aber nicht, dass er die Hände in den Schoß legte."

2016 wurde er wegen einer Darmerkrankung in die Knappschaftsklinik in Püttlingen eingeliefert. Er starb im Krankenhaus. Todesursache: Thrombose am Herzen. Am Sonntag, den 12. Juni, rief eine Klinik-Ärztin die Familie an: "Leider ist ihr Mann gestorben." Seine Frau Rosemarie: "Es war ein unverhoffter und schwerer Abschied für die ganze Familie. Durch seine unermüdliche Schaffenskraft und Kreativität hat er auch unserem Leben einen Sinn gegeben."