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Umwelt
Kohlendioxid macht das Meerwasser sauer

Bremen. Durch Kohlensäure in den Weltmeeren leiden vor allem Lebewesen, die Kalkschalen bilden.

(np) Das Treibhausgas Kohlendioxid verändert nicht nur das Weltklima. Denn über 40 Prozent des Kohlendioxids landen in den Meeren, erklärt das Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung. Und Kohlendioxid, das ins Wasser gelangt, verwandelt sich dort in Kohlensäure. In der Folge wird das Meerwasser sauer. Das hat Folgen für Organismen, die Schalen oder Skelette aus Kalk bilden – besonders Korallen sind betroffen. Diesen vorhergesagten Effekt haben nun Biologen des Leibniz-Zentrums für Marine Tropenforschung im Pazifik untersucht. Ein  deutsch-französisches Wissenschaftlerteam bohrte dort Steinkorallen an, um die Veränderungen durchs saure Meerwasser zu untersuchen.


Korallen bilden Wachstumsringe wie Bäume. Ihr Kalk­skelett gilt als natürliches Archiv des Meerwassers, so das Institut. Die Messungen zeigten, dass sich der pH-Wert – er drückt den Säuregehalt aus – im Südpazifik seit dem 17. Jahrhundert um 0,12 Einheiten in den sauren Bereich verschoben hat. Das scheine wenig, genüge aber bereits, um den Aufbau des Kalkskeletts der Meerestiere zu erschweren.