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Neue Hürden
Fusion von Linde und Praxair droht zu scheitern

München. Wegen neuer Hürden der Kartellbehörden für die geplante Fusion von Linde und Prax-air fordern Anlegerschützer den Abbruch. „Es hätte Größe, den Deal abzublasen und einzugestehen, dass man es auch im zweiten Anlauf nicht geschafft hat“, sagte Daniela Bergdolt, Vizepräsidentin des Anlegerschutzvereins DSW. dpa

„Der Punkt ist erreicht, wo man darüber nachdenken muss, ob diese Fusion noch Sinn macht. Linde ist auch ohne Praxair gut aufgestellt.“


Der Industriegase-Konzern Linde und US-Konkurrent Praxair wollen einen neuen Weltmarktführer schaffen. Um die Bedenken von Kartellbehörden vor einer zu dominanten Position auszuräumen, müssen sie Geschäfte verkaufen. Die beiden Konzerne haben vereinbart, dass dabei die Grenze von 3,7 Milliarden Euro Umsatz oder 1,1 Milliarden Euro Betriebsgewinn nicht überschritten werden darf.

Doch das Projekt wackelt: Gestern teilte Linde mit, dass die Aufseher mehr Zugeständnisse fordern. „Auf Basis weiterer Rückmeldungen von Wettbewerbsbehörden ist nunmehr davon auszugehen, dass die umsatzbezogene Obergrenze für Veräußerungszusagen überschritten wird“, hieß es. Die Unternehmen verhandelten weiter und diskutierten mit Wettbewerbsbehörden über die Erfüllung der Auflagen.



Linde und Praxair hatten schon 2016 eine Fusion versucht. Damals scheiterte der Deal am Streit um den Konzernsitz. Linde-Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle will nun einen Weltmarktführer mit 28 Milliarden Euro Jahresumsatz schaffen. Die neue Linde plc soll in Dublin sitzen und von Praxair-Chef Steve Angel geführt werden.