Wir möchten auf unserer Webseite Cookies und pseudonyme Analysetechniken auch unserer Dienstleister verwenden, um diesen Internetauftritt möglichst benutzerfreundlich zu gestalten.

Außerdem möchten wir und unsere Dienstleister damit die Besuche auf unserer Webseite auswerten (Webtracking), um unsere Webseite optimal auf Ihre Bedürfnisse anzupassen und um Ihnen auf unserer Webseite sowie auch auf Webseiten in verbundenen Werbenetzwerken möglichst interessante Angebote anzeigen zu können (Retargeting).

Wenn Sie dieses Banner anklicken bzw. bestätigen, erklären Sie sich damit jederzeit widerruflich einverstanden (Art. 6 Abs.1 a DSGVO).

Weitere Informationen, auch zu Ihrem jederzeitigen Widerrufsrecht, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.

| 00:00 Uhr

Audis elektronischer „Ampelversteher“

Der bereits serienreife Ampelassistent von Audi signalisiert dem Fahrer auch, wie lange die Rotphase an der Ampel noch dauert. Foto: Audi
Der bereits serienreife Ampelassistent von Audi signalisiert dem Fahrer auch, wie lange die Rotphase an der Ampel noch dauert. Foto: Audi FOTO: Audi
Berlin. Audi erprobt derzeit einen Ampel-Assistenten im Auto, der mit Ampeln Daten austauscht und den Fahrer informiert, ob er bald halten muss oder weiterfahren kann. Das kann Standzeiten bei Rotlicht verkürzen und spart Kraftstoff. unserem Mitarbeiter Michael Kirchberger

"Jetzt können Sie ganz entspannt ausrollen, die schaffen wir nicht mehr." Michael Zweck gibt Hinweise vom Beifahrersitz aus, kommentiert, was im Kombiinstrument des Audi A3 Sportback angezeigt wird. Ein ungewöhnliches Symbol ist dort zu sehen: eine Ampel mit rotem Licht und eine Uhr, die in Sekundenschritten rückwärts zählt. Tatsächlich springt die Ampel auch in der Realität auf Rot. Wir halten, und die Start-Stopp-Automatik stellt den Motor ab.

"Jetzt sehen wir genau, wie lange wir warten müssen", sagt Zweck, der bei Audi in der technischen Vorausentwicklung für elektronische Fahrhilfen zuständig ist. Fünf Sekunden vor Null wird die Ampel im Display ausgeblendet, vier Sekunden vor Grün der Motor wieder gestartet. So wird dem Fahrer frühzeitig signalisiert, dass es gleich weitergeht, was Zeitverluste beim Anfahren vermeidet.

Jetzt präsentiert uns die Anzeige die passende Fahrgeschwindigkeit, mit der wir die nächste Ampelkreuzung bei Grün überqueren können. Liegt das notwendige Tempo über dem Limit, sehen wir wieder das rote Ampelsymbol, und die Uhr beginnt wieder, die Sekunden zu zählen. Die kurze Fahrt durch Berlin weist eindrucksvoll nach, wie entspannt man trotz dichten Verkehrs durch die Stadt kommt, wenn Ampelstopps durch das passende Tempo weitgehend vermieden werden. Ampelassistent heißt das System, das Audi zur Serienreife entwickelt hat. Jetzt fehlen nur noch die Vereinbarungen mit den Städten, die Daten verwenden zu dürfen, die der Rechner der kommunalen Verkehrszentralen bereithält.

Der Computer an Bord des Audi arbeitet mit Hilfe der Induktionsschleifen in der Fahrbahn, die zur Ampelsteuerung genutzt werden, und mit den Daten des Satellitensystems GPS. Das Potenzial des neuen Assistenten ist jedoch noch größer. Er kann entscheidend beim Treibstoffsparen helfen. Zum einen, weil er unnötige Haltephasen vermeidet, zum anderen, weil er den Verkehrsfluss verbessert.

"Da ist vieles denkbar, etwa, dass wir den Wagen vor der Ampel ausrollen lassen", so Michael Zweck. "Bei Automatikgetrieben könnte die Segelfunktion noch besser genutzt werden." Damit ist gemeint, dass die Automatik in den Leerlauf schaltet, wenn der Fahrer vom Gas geht. Verkürzt wird auf jeden Fall die Standzeit bei Rotlicht. In Untersuchungen wurde ermittelt, dass der erste Fahrer nach dem Umspringen der Lichtzeichenanlage auf Grün fünf Sekunden benötigt, um zu starten. Der Zweite braucht nur noch drei, die nachfolgenden Autos zwei Sekunden, um in Bewegung zu kommen. Mit dem Ampelassistenten verkürzt sich die Startzeit um eine bis zwei Sekunden. Bei einer Fahrt durch die Großstadt spart man dadurch ordentlich Zeit. Rund 2500 Ampeln gibt es in Berlin , 70 von ihnen sind schon vernetzt und haben teils variable, vom Zentralrechner gesteuerte Rotphasen. Das ist kein besonders hoher Sättigungsgrad für die Hauptstadt, aber es funktioniert bereits.

Weitere Ampeln sollen in das System eingebunden werden, wobei gewiss nicht jede Ampel in den Außenbezirken berücksichtigt werden muss, um den Verkehrsfluss zu beschleunigen.

Anderenorts ist der prozentuale Anteil der kommunikativen Ampeln höher. In Ingolstadt, wo eine Testphase mit Audi-Fahrzeugen erfolgreich abgeschlossen wurde, denken ebenso wie in Las Vegas 50 Ampeln mit. In Verona liegt ihr Anteil mit 60 Anlagen schon vergleichsweise hoch.

Lange wird es nicht mehr dauern, bis der Ampelassistent als Option in der Serienfertigung Einzug halten wird. Preise sind noch nicht festgesetzt, zwischen 500 und 1000 Euro liegen die Schätzungen der Experten.