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Hans und Rehlinger: Wegen Corona-Krise bleben Kneipen nd viele Geschäfte im Saarland zu

Kostenpflichtiger Inhalt: Ab Mittwoch auch im Saarland : Kneipen, Kirchen und viele Geschäfte müssen in Corona-Krise schließen

Bundesregierung und Ministerpräsidenten beschließen weitere massive Einschränkungen. Supermärkte, Apotheken, Banken, Postfilialen und Tankstellen bleiben aber offen.

Die Saarländer müssen ab Mittwoch wegen der Corona-Krise mit noch massiveren Einschränkungen ihres Alltags leben als bisher. Von morgen früh an bleiben wie im gesamten Bundesgebiet nicht nur die meisten Geschäfte, sondern auch Bars, Diskotheken, Kneipen, Theater und Museen geschlossen. Das gaben am Montag Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) und Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) in Saarbrücken bekannt. Die Maßnahmen betreffen auch Kinos sowie Freizeiteinrichtungen, Tierparks und Spielhallen. Auch Kinderspielplätze dürfen nicht mehr aufgesucht werden. Restaurants und Speisegaststätten dürfen von 6 Uhr morgens bis 18 Uhr geöffnet sein. Schließen müssen nun auch Fitnessstudios.

Mit diesen drastischen Vorgaben, die gemeinsamen Leitlinien von Bund und Ländern folgen, soll die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland gebremst werden. Allein im Saarland hatten sich bis zum gestrigen Abend nach Meldungen der Gesundheitsämter 99 Menschen nachweislich mit dem Virus infiziert. Drei Infizierte befinden sich derzeit in stationärer Behandlung, wie die Behörden in Saarbrücken mitteilten.

Ministerpräsident Hans räumte gestern ein, dass das öffentliche Leben mit diesen verschärften Maßnahmen nun weitgehend lahmgelegt werde. Aber es seien Maßnahmen, „die notwendig sind und keinen Aufschub dulden“. Zumutbarkeit dürfe derzeit nur in zweiter Linie Maßstab des Handelns sein. Er stellte klar, dass die Versorgung mit Lebensmitteln und Grundgütern des täglichen Lebens gewährleistet bleibe. „Daran werden wir alles setzen“, so Hans. Lebensmittelgeschäfte dürfen sogar anders als sonst werktags von 6 bis 22 Uhr und sonntags von 10 bis 15 Uhr öffnen. Auch Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte, Apotheken, und Drogerien würden ausdrücklich nicht geschlossen. Dies gelte auch für Sanitätshäuser, Tankstellen, Banken und Sparkassen, Poststellen, Frisöre, Reinigungen, Waschsalons, den Zeitungsverkauf, Bau-, Gartenbau- und Tierbedarfsmärkte und den Großhandel. Alle anderen Einzelhandelsgeschäfte werden aber geschlossen. Nach dem Beschluss der Landesregierung sind ab Mittwoch auch Angebote in Vereinen sowie von Volkshochschulen, Musikschulen, Kirchen und Moscheen untersagt. Reisen in Bussen werden verboten.

Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger sagte beim gemeinsamen Auftritt mit Hans in Saarbrücken, die Krise fordere „entschlossenes Handeln und klare Entscheidungen“. Oberstes Ziel sei es, Menschenleben zu retten. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) appellierte vor der Presse in Berlin am Montagabend an die Bundesbürger, sich an die Regeln, die in allen Bundesländern gelten, zu halten. Sie rief dazu auf, keine Urlaubsreisen ins In- und Ausland mehr zu unternehmen.