| 22:17 Uhr

Starkregen im Saarland
Versicherung rät zu Elementarschaden-Vorsorge

Dirk Hermann,
Vorstandschef der Saarland-Versicherungen
Dirk Hermann, Vorstandschef der Saarland-Versicherungen FOTO: © Stefan Heigl
Saarbrücken. Im Saarland jagt derzeit ein Unwetter das nächste. Einen Ersatz für Schäden durch den Starkregen gibt es aber nur mit der entsprechenden Versicherung. Von Joachim Wollschläger
Joachim Wollschläger

(jwo) Angesichts der jüngsten Starkregen-Ereignisse wirbt Dirk Hermann, Vorstandschef der Saarland-Versicherungen, erneut für die Absicherung durch eine Elementarschaden-Versicherung. „Im Saarland hat sich die Versicherungsquote in den vergangenen Jahren in diesem Bereich zwar von zwölf auf 25 Prozent deutlich erhöht“, sagt Hermann. Damit liegt das Land aber noch immer deutlich unter dem Bundesschnitt von 41 Prozent. In Baden-Württemberg war die Versicherung viele Jahre Pflicht für jeden Hausbesitzer. „Die Erfahrung der vergangenen Wochen zeigt, dass diese Ereignisse auch in Gegenden auftreten, in denen man es nicht erwartet“, sagt der Versicherungschef. Schäden wie Hochwasser, Lawinen oder Starkregen sind durch normale Wohngebäude-Versicherungen nicht abgedeckt. Das jüngste Starkregenereignis wird auch die Saarland-Versicherungen treffen. „Wir rechnen dort mit einem Schaden zwischen fünf und zehn Millionen“, sagt Hermann. Die Einzelschäden seien wegen der ungeheuren Wucht des Wassers ungewöhnlich hoch. „Allerdings haben wir uns gegen diese Schäden auch rückversichert.“


Angesichts der aktuellen Nothilfe warnt Hermann davor, sich für künftige Schäden in Sicherheit zu wiegen und auf eine Versicherung zu verzichten. Zwar hatte die Landesregierung schon im vergangenen Jahr angekündigt, dass sie für versicherbare Risiken nicht mehr einstehen werde, doch eine spontane Hilfe sei angesichts der wirklichen Notlage vieler Betroffener absolut nachvollziehbar. „Zwischen einer Hilfeleistung und einem Ersatz der Schäden besteht aber ein großer Unterschied“, sagt Hermann.

Elementarschadenversicherungen werden üblicherweise als Zusatzversicherung zur Gebäudeversicherung abgeschlossen. Ihr Preis ist abhängig vom jeweiligen Schadensrisiko. Abgedeckt werden durch sie Schäden, die bei Überschwemmungen und Starkregen entstehen, aber auch wenn durch einen Rückstau in der Abwasserleitung Schmutzwasser ins Haus gelangt. Weiter versichert sind Ereignisse wie naturbedingte Erdbeben, Erdsenkung oder Erdrutsch. Senkungen, die beispielsweise vom Bergbau herrühren, sind nicht abgedeckt. Auch Schneedruck nach extremem Schneefall ist abgesichert.



Bei der Elementarschadenversicherungen gibt es vier unterschiedliche Tarifzonen, die sich vor allem an der Hochwasserwahrscheinlichkeit orientieren. Bei der Zone 4, in der alle zehn Jahre ein Schaden zu erwarten ist, ist eine Versicherung häufig gar nicht oder nur per Sonderabsprache mit dem Unternehmen möglich.

Vor dem Hintergrund der Unwetter kündigte gestern Saar-Verbraucherminister Reinhold Jost (SPD) an, bei der Verbraucherschutzministerkonferenz morgen im Saarland über die Möglichkeit einer verpflichtenden Elementarschadenversicherung für Hausbesitzer zu sprechen.