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US-Politik
So heizt Trump Emotionen an

FOTO: SZ / Robby Lorenz
US-Präsident Donald Trump verhält sich, als hätte er bei der Kongresswahl keinerlei Dämpfer bekommen. Er hat seinen Justizminister gefeuert, um ihn durch einen Lakaien zu ersetzen, er hat einem kritischen Reporter die Akkreditierung fürs Weiße Haus entziehen lassen, und noch vor seiner Abreise zum Weltkriegsdenken in Paris hat er die Asylregeln verschärft. Von Frank Herrmann

Das alles binnen drei Tagen nach der Wahl, in einer Lage, in der seine Amtsvorgänger  Barack Obama und selbst George W. Bush zunächst einmal innehielten. Demut, Nachdenklichkeit, Reflektieren –  all das scheint ihm völlig fremd zu sein. Trump scheint nur den Angriffsmodus zu kennen.


Und dass Einwanderungspolitik und Asylrecht die Felder sind, auf denen er inhaltlich die ersten Weichen seiner zweiten Amtshalbzeit zu stellen versucht, kann man als Fortsetzung des Wahlkampfs mit den Mitteln präsidialer Direktiven verstehen. Bei kaum einem anderen Thema ist er sich mit dem harten Kern seiner Anhänger derart einig. Und kaum ein anderes eignet sich so gut, um Emotionen anzuheizen.