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Scharfe Kontrollen nach Anschlag in Straßburg

Drei Tote am Weihnachtsmarkt : Scharfe Kontrollen nach Anschlag in Straßburg

Der Attentäter von Straßburg war gestern auf der Flucht, womög- lich in Deutschland. Er tötete drei Menschen.

Die Bundespolizei hat nach dem Attentat am Straßburger Weihnachtsmarkt mit drei Toten entlang der saarländisch-lothringischen Grenze ihr Aufgebot verstärkt. Wie Polizei-Sprecher Dieter Schwan auf Anfrage meldet, sind zusätzliche Beamte direkt nach Bekanntwerden des Anschlags am Dienstagabend angekommen. „Mehr als 30 Leute der Mobilen Kontroll- und Überwachungseinheit (MKÜ) verstärken die Bundespolizisten“, sagte Schwan.

Hinzukommen demnach vier Fahnder der Landespolizei.Schwerpunkt der Kontrollen sei der Grenzübergang Goldene Bremm bei Saarbrücken. Aber auch kleinere Posten würden inspiziert. Die französischen Behörden schließen nicht aus, dass der mutmaßliche Täter, Chérif Chekatt, in der Nacht zum Mittwoch über die Grenze bei Straßburg nach Deutschland gelangt ist. Es sei davon auszugehen, dass er nach wie vor hochgefährlich ist.

Der polizeibekannte Gefährder hatte am Montagabend gegen 20 Uhr in einer belebten Einkaufsgasse von Straßburg, wenige Minuten vom Münster und dem Weihnachtsmarkt entfernt, das Feuer auf Passanten eröffnet. Dabei wurden drei Menschen getötet, 13  verletzt – acht davon schwer.

Augenzeugen zufolge rief der Täter „Allahu Akbar“ („Allah ist groß“), bevor er flüchtete. Dabei lieferte er sich mehrere Schusswechsel mit Polizisten und wurde an einem Arm getroffen. Dennoch konnte er entkommen – mit einem Taxi, das ihn ins Wohnviertel Neudorf brachte. Dort verlor sich die Spur des 29-Jährigen.

Die französischen Sicherheitsbehörden hatten Chekatt nach einer Radikalisierung im Gefängnis als Gefährder eingestuft. Zuvor war er 27 Mal wegen Einbrüchen und ähnlicher Taten verurteilt worden – in Frankreich, Deutschland und der Schweiz. In Luxemburg sei seine DNA 2012 nach einem versuchten Einbruch gefunden worden, hieß es.