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Experten loben Exzellenzinitiative

Experten loben Exzellenzinitiative

Die Exzellenzinitiative für Spitzenforschung hat nach einem Experten-Gutachten so viel Dynamik an die Hochschulen gebracht, dass sie fortgesetzt werden sollte – mit einem verbesserten Zuschnitt.

Die deutschen Unis können auf eine Neuauflage der milliardenschweren Exzellenzinitiative zur Förderung der Spitzenforschung hoffen. Eine Expertenkommission wertete das Programm als Erfolg und sprach sich für eine Fortsetzung aus. Allerdings soll die Initiative, deren zweite Phase im kommenden Jahr endet, nach dem Willen der Experten reformiert werden. Entscheidungen über die Zukunft der Exzellenzinitiative sollen in diesem Jahr fallen. Die Initiative habe "eine neue Dynamik in das deutsche Universitätssystem gebracht", heißt es in dem gestern vorgestellten Bericht der internationalen Kommission zur Evaluation des Förderprogramms. Die Experten sprachen sich dafür aus, das Programm "mindestens im selben Umfang" fortzusetzen.

Damit Deutschland "auf Augenhöhe mit den Besten" etwa in Großbritannien oder den USA gelangen könne, sei eine Verstetigung des bisher 4,6 Milliarden Euro teuren Förderprogramms notwendig, sagte der Vorsitzende der Bund-Länder-Kommission, Dieter Imboden. Als Anreiz brachte er frei verwendbare jährliche "Exzellenzprämien" von je 15 Millionen Euro für die zehn besten Unis nach einem Ranking ins Spiel.

"Die deutschen Universitäten sind auf dem Weg, aber das Ziel ist noch weit", so Imboden bei der Präsentation des Gutachtens. Es gebe noch "Baustellen" im deutschen Wissenschaftssystem, etwa bei der "fachlichen Differenzierung von Forschungsthemen" an den Unis oder bei der Steuerung durch die Hochschulleitungen .

Die Exzellenzinitiative war bereits 2005 von Bund und Ländern beschlossen worden. In einer ersten Förderrunde wurden 1,9 Milliarden Euro vergeben, für die zweite Phase bis 2017 stehen 2,7 Milliarden Euro zur Verfügung. Das Geld fließt in Graduiertenschulen für den wissenschaftlichen Nachwuchs, in sogenannte Exzellenzcluster an den Uni-Standorten sowie in "Zukunftskonzepte" einzelner Universitäten. Die für ihre Gesamtkonzepte unterstützten Hochschulen wurden auch als "Elite-Unis" bezeichnet.

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU ) sagte, das Gutachten bestärke Bund und Länder, ihre Förderung fortzuführen. Nächste Woche werde es ein Treffen der Wissenschafts-Staatssekretäre geben, um Schlussfolgerungen zu ziehen: "Das geht jetzt schnell." Bis zum Frühsommer könne eine Vereinbarung von Bund und Ländern für ein Treffen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU ) mit den Ministerpräsidenten stehen, um den nächsten Exzellenz-Wettbewerb in die Wege zu leiten. Zwar wolle man rasch vorankommen, doch "die Zeit, die notwendig ist, wird den Hochschulen gegeben", betonte Wanka.