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Angeblich entführtes Mädchen hatte sich versteckt

Angeblich entführtes Mädchen hatte sich versteckt

Der aufsehenerregende Fall einer angeblich entführten und vergewaltigten 13-jährigen Russlanddeutschen in Berlin ist aufgeklärt. Das Mädchen , das mit der erfundenen Geschichte über ihr Verschwinden für Aufruhr sorgte, verbrachte die fragliche Nacht des 11. Januar bei einem Bekannten, wie ein Staatsanwaltschafts-Sprecher gestern sagte.

Wegen Problemen in der Schule traute sie sich offenbar nicht nach Hause zu ihren Eltern. "Sie wollte weg und hat bei ihm Unterschlupf gesucht."

Bei dem 19-jährigen Bekannten des Mädchens wurden Sachen von ihr gefunden. Der Mann habe auch zugegeben, dass sie in der Nacht vom 11. auf den 12. Januar bei ihm war, sagte der Sprecher. Es gebe aber keine Hinweise auf eine Sexualstraftat oder einen sexuellen Kontakt des Mannes zu dem Mädchen . Gegen den Mann werde daher auch nicht ermittelt, er sei nur ein Zeuge. Das Mädchen selber sage weiterhin kaum etwas Verwertbares.

Der Fall wurde zuletzt auch zum Politikum zwischen Deutschland und Russland. Der russische Außenminister Sergej Lawrow warf den deutschen Behörden vor, den Fall lange verheimlicht zu haben. Nach "allen Regeln der zivilisierten Welt" hätte Russland rechtzeitig über den Zwischenfall informiert werden müssen, sagte er. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD ) kritisierte daraufhin Russland und sagte, es gebe keine Rechtfertigung, den Fall für "politische Propaganda" zu nutzen, um damit die ohnehin schwierige Migrationsdebatte in Deutschland anzuheizen. Gestern telefonierten Steinmeier und Lawrow miteinander. Zu Inhalten wollten beide Seiten nichts sagen.