Finanzkrise vernichtet 50 Billionen Dollar

Finanzkrise vernichtet 50 Billionen Dollar

Manila. Die Finanzkrise hat nach einer Studie der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) weltweit Vermögenswerte von 50 Billionen Dollar, umgerechnet 39,4 Billionen Euro, vernichtet. Asien war stärker betroffen als andere aufstrebende Regionen

Manila. Die Finanzkrise hat nach einer Studie der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) weltweit Vermögenswerte von 50 Billionen Dollar, umgerechnet 39,4 Billionen Euro, vernichtet. Asien war stärker betroffen als andere aufstrebende Regionen. Dort seien 9,6 Billionen Dollar vernichtet worden, etwas mehr als das Bruttoinlandsprodukt (BIP), das die Region in einem Jahr erwirtschaftet, berichtete die ADB gestern an ihrem Sitz in Manila (Philippinen). Die Weltbank rechnet im Zuge der Finanzkrise in diesem Jahr mit einem Rückgang des weltweiten Wirtschaftswachstums erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg. Darunter werden vor allem die Staaten der Dritten Welt leiden. Der internationale Finanzverbund schätzt allein die finanziellen Ausfälle der Dritten Welt im laufenden Jahr auf 270 bis 700 Milliarden Dollar (213 bis 553 Milliarden Euro). Das teilte die Organisation am Sonntag in Washington mit. Die globale Industrieproduktion könnte Mitte des Jahres um 15 Prozent unter dem Wert des Vorjahres liegen, befürchtet die Weltbank. Der Welthandel werde den stärksten Rückgang seit 80 Jahren erleben. Besonders bedrohlich sei, dass die ärmsten Länder keine Ressourcen haben, die sozialen Folgen der Krise abzufangen und ein weiteres Ansteigen der Armut zu verhindern. Neben den Dritt-Welt-Ländern ist nach Meinung der ADB-Ökonomen Asien besonders betroffen, weil die Region sich so rasant entwickelt hat. Zwischen 2003 und 2007 sei der Wert der Finanzanlagen in Asien von 250 Prozent auf 370 Prozent des Bruttoinlandsproduktes der Region gestiegen. Im Vergleich sei der Wert der Anlagen etwa in Lateinamerika nur um 30 Prozent gestiegen. Die ADB rechnet zu der asiatischen Region ("Developing Asia") 44 Länder von Afghanistan über Kasachstan, Bangladesch und Indonesien bis zu den Inselstaaten im Pazifischen Ozean, aber auch China, Indien und Singapur. Auch Japan, ebenfalls Mitglied der ADB, leidet stark unter der Krise. Wie das japanische Finanzministerium gestern mitteilte, hat das Land erstmals seit 13 Jahren weniger Güter exportiert als importiert. Weltweit sei die Nachfrage für japanische Produkte wie Autos und Elektronikartikel wegen der Finanzkrise gesunken. Das Leistungsbilanzdefizit lag bei 172,8 Milliarden Yen, umgerechnet 1,4 Milliarden Euro. Die Exporte gingen um 46,3 Prozent zurück. "Ich bin zuversichtlich, dass Asien als eine der ersten Regionen aus der Krise kommt und stärker daraus hervorgeht als es je zuvor war", sagte ADB-Präsident Haruhiko Kuroda. Mit einer Konjunkturerholung sei aber erst gegen Anfang 2010 zu rechnen.dpa/afp "Ich bin zuversichtlich, dass Asien als eine der ersten Regionen aus der Krise kommt."Haruhiko Kuroda, Präsident der Asiatischen Entwicklungsbank